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Jean Wahl (1888 - 1974)Der französische Philosoph Jean Wahl war Professor an der Sorbonne in Paris. Er ist ein Wegbereiter der modernen französischen Philosophie (insbesondere der Existenzphilosophie). Diese beeinflußte er vor allem mit seinen Untersuchungen zu Hegel, Kierkegaard und Heidegger. Aufgrund seiner Arbeiten wird er dem französischen Hegelianismus zugerechnet.
Richard Wahle (1857 - 1935)Richard Wahle war Professor in Czernowitz. Er steht in seinen Auffassungen Avenarius und Mach nahe, knüpft aber auch bei Spinoza und Herbart) an. Eine Metaphysik ist unmöglich, da es ein wahres Wissen nicht gibt. Alles Wissen ist nur Gegebensein einer Vorstellung in ihrer Abhängigkeit vom Ich. Es gibt keine Erfassung einer an sich existierenden Wirklichkeit. Es gibt daher keinen Gegensatz von Subjekt und Objekt, Geist und Körper, sondern nur sachliche Vorkommnisse (Farben, Töne usw.) in Verbindung mit bestimmten anderen (den Nervenprozessen), mit denen sie zusammen gegeben sind. Die Vorkommnisse (Vorstellungsinhalte) sind Effekte unbekannter Urfaktoren. Die Urfaktoren sind substantiell, kraftvoll und mit Selbstbehauptung begabt. Die Dinge sind als Komplexe von Vorkommnissen nicht Schein oder Erscheinung, obwohl sie nur in Korrelation zu wahrnehmungsfähigen Organismen existieren. Das Ich ist weder eine Substanz noch eine Kraft, sondern Ausdruck für eine gewisse Sphäre von Vorkommnissen. Das Psychische besteht nur aus additiven Reihen von primären und sekundären Vorkommnissen (Empfindungen, Erinnerungsbildern), ohne daß es psychische Kräfte, Akte, Einheiten oder Apperzeptionsprozesse gibt. Die Psychologie als solche ist rein beschreibend-analytisch. Erklären kann sie nur durch Beziehung der psychischen Geschehnisse auf physiologische Prozesse. Die Gehirnprozesse sind Antezedentien bzw. Repräsentanten der Bewußtseinsvorgänge. Die jeweilige molekulare Modifikation des ganzen spezifischen Gehirngebietes entspricht der konkreten Eigenart jeder Vorstellung. Die Assoziation ist das ursprüngliche Bündnis der Vorkommnisse. Vorstellungen haben eine sollizitierende Kraft.
Friedrich Waismann (1896 - 1959)Der österreichische Philosoph Friedrich Waismann studierte Mathematik und Physik. Er war Mitarbeiter von M. Schlick. Waismann flüchtete wegen der deutschen Invasion 1938 nach England. Dort hielt er sich zunächst kurze Zeit an der Cambridge University auf. Danach wirkte er bis zu seinem Tod an der Universität in Oxford. Waismann entwickelte die Gedanken Wittgensteins aus dem Tractatus zu einem philosophischen Gebäude, das an Wittgensteins Spätphilosophie erinnert. Waismann wurde vor allem wegen seiner Theorie der open texture empirischer Ausdrücke, die er Porösität nannte, bekannt.
Mordechaj Wajsberg (1902 - ?)Der Logiker Mordechaj Wajsberg ist eine Vertreter der Lwow-Warschau-Schule. Von ihm stammt unter anderem die Axiomatisierung des dreiwertigen Lukasiewiczschen Systems L 3 in Negation und Implikation. Dieses Resultat ist eines der wichtigsten der mehrwertigen Logik [1].
[1] Wajsberg, M.: Aksjomatyzacja trójwartosciowego rachnuku zdan. In: Comptes Rendus SéanceS Société des Sciences et Lettres Varsovie, cl. III, 24, 126 - 148. (engl. in: Logical Works (Hrsg. S. J. Surma) Wroclaw 1977)
Nikolaj Wladislawowitsch Wolskij (1879 - 1964)Nikolaj Wladislawowitsch Wolskij (N. Walentinow) ist ein Anhänger von Mach. Er versuchte den Marxismus mit den Positionen von Mach und Avenarius zu verbinden.
William Wallace (1843 - 1897)William Wallace war Professor in Oxford. Er ist ein Vertreter des absoluten Idealismus. Das Absolute ist eine einheitliche Erfahrungsgesamtheit.
Meczyslaw Wallis-Walfisz (1895 - 1975)Meczyslaw Wallis-Walfisz ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
James Ward (1843 - 1925)James Ward war ab 1897 Professor in Cambridge. Ward, der u. a. von Herbart beeinflußt ist, ist ein Gegner des Naturalismus und des Materialismus. Er lehrt einen spiritualistischen, voluntaristischen Monismus. In erkenntnistheoretischer Beziehung steht Ward dem Pragmatismus nahe. Er sieht das Denken als Willensfunktion und als durch Zwecke und Interesse bestimmt an. Vermittelst einer subjektiven Selektion bevorzugt das Bewußtsein besondere Inhalte. Die psychische Grundtätigkeit ist das Wollen. Die äußere Erfahrung ist mit der innern untrennbar verbunden. Objekt und Subjekt sind Gegensätze. Unmittelbar aufgefaßt ist die Wirklichkeit qualitativ-psychischer Art. Sie besteht aus Individuen mit wirklichen Aktionen und Reaktionen, mit einem zweckbestimmten Streben und Wollen, mit Vorstellungen. Die quantitativ-mechanistische Naturauffassung ist berechtigt und notwendig, aber doch nur eine abstrakte, einseitige, hypothetische Weltauffassung, die metaphysisch durch eine immanente Teleologie und einen Voluntarismus zu ersetzen ist, welcher in aller Kausalität eine Analogie zu unserer Willenswirksamkeit erblickt und die Wirklichkeit aus psychischen Einheiten aufgebaut denkt.
Nikolai Alexandrowitsch Wassiljew (1880 - 1940)Der russische Philosoph, Logiker und Ethiker Nikolai Alexandrowitsch Wassiljew (auch: N. A. Vasilev) wirkte nach der Oktoberrevolution an der Universität Kasan. Wassiljew bezeichnete die Dinge als Empfingungskomplexe. Wassiljew wollte ein Logiksystem konstruieren, in dem die Wirkungsweise des Satzes vom Widerspruch und des Satzes vom ausgeschlossenen Dritten begrenzt ist. Unter einer solchen Logik verstand Wassiljew eine Metalogik, eine imaginäre Logik, in der die Regeln der Aussagenverknüpfung vom Subjekt selbst bestimmt werden können. Eine solche Logik gilt nicht in der Welt der objektiven Dinge, bedarf aber zum eingehenden Verständnis der traditionellen Aristotelischen Logik. Auf der Suche nach der imaginären Logik entdeckte Wassiljew eine Reihe von Sätzen, die einige Thesen der später entstandenen konstruktiven Logik vorwegnahm. Wassiljew unterteilte die Urteile in Tatsachen und Begriffsurteile. Seine Interpretation bestimmter numerischer Urteile, die die Eigenschaft einer bestimmten Anzahl von Gegenständen abbilden, und von unbestimmten numerischen Aussagen nimmt einige Interpretationen logischer Sätze durch die Begründer der intuitionistischen Logik von Brouwer und Weyl vorweg.
John Broadus Watson (1878 - 1958)Watson arbeitete an der University of Chicago und an der Johns Hopikins University. Seine Schrift Psychology as the Behaviorist Views It (1913) gilt als der Anfang des Behaviorismus. Watson entwickelte diese Theorie in seinen Büchern Behavior: An Introduction to Comparative Psychology (1914) und Psychology from the Standpoint of a Behaviorist (1919) weiter.
Max Weber (1864 - 1920)Der deutsche Soziologe und Historiker Max Weber studiert in Heidelberg und Berlin Jura. 1891 habilitierte er sich. Ein Jahr später wurde er Professor der Rechte in Berlin. Von 1894 bis 1896 war er Professor für Nationalökonomie in Freiburg und bis 1898 in Heidelberg. Max Weber mußte seine Professur wegen eines Nervenzusammenbruchs aufgeben. Nachdem er fünf Jahre arbeitsunfähig war, setzte max Weber seine wissenschaftliche Tätigkeit als Privatgelehrter fort. Ab 1919 war Max Weber Professor für Nationalökonomie in München. Weber ist aufgrund seiner Theorien über die Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften auch für die Philosophie von großer Bedeutung. Nach Weber liegt die Aufgabe der Soziologie nicht darin, Regelmäßigkeiten in menschlichen Handlungen, wie sie in den verschiedenen Gesellschaften und Kulturen auftreten, festzustellen. Sie muß auch Rechenschaft über den Sinngehalt oder die Werte geben, die den jeweiligen Handlungen zugrunde liegen. Dies soll unter Zuhilfenahme der Idealtypen geschehen. Die Sozialwissenschaften können und sollen in dem Sinn wertfrei sein, daß sie zu den Werten, die in den von ihnen untersuchten Handlungsformen zum Ausdruck kommen, keinerlei Stellung beziehen.
Erhard Weigel (1625 - 1699)Erhard Weigel, in Weida geboren, war ab 1653 Professor der Mathematik in Jena. Er starb in Jena. Weigel ist Gegner der Scholastik. Er wendet die mathematische Methode auf die Logik an. Weigel bestimmt das Rechnen als logische Tätigkeit. Im Wollen unterscheidet Weigel Denk- und Werkwillen. Nur Gott ist ein wahres Wesen. Die endlichen Dinge sind an sich nichts. Das Nichts, als Fähigkeit, etwas in sich haben zu können, ist der Raum. Die Zeit ist die Zahl der Änderungen. Leibniz ist ein Schüler von Weigel.
Valentin Weigel (1533 - 1588)Der mysthisch-theosophische Schriftsteller Valentin Weigel (auch: Valentin Weichel) ist Sohn armer Eltern. Er wurde durch einen Rittergutsbesitzer gefördert und besuchte die Fürstenschule in Meißen. Ab 1554 studierte er Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. Danach studierte er Theologie in Leipzig. Nach dem er Baccalaureus und Magister geworden war, setzte er sein Studium und seine Lehrtätigkeit in Wittenberg fort. Ab 1567 war er Pfarrer in Zschopau. Weigel bekäpfte volksfeindliche Potentaten, Fürsten und Prediger. Er berief sich auf vor allem auf Meister Eckart und Johannes Tauler. Th. Müntzer, A. Karlstadt, K. Schwenckfeldt und die Täufer in Münster galten ihm als Gleichgesinnte. Seine an den Neuplatonismus und die deutsche Mystik anknüpfenden Ideen waren Bestandteil der deutschen Ketzerbewegung.
Melchior Adam Weikard (1742 - 1803)Der Arzt Melchior Adam Weikard ist ein Vertreter der deutschen Assoziationspsychologie. Er knüpft dabei an Hartley und Priestley an.
Simone Weil (1909 - 1943)Die französische Philosophin und Mystikerin hielt sich an christliche Konventionen und bemühte sich, theologische Themen mit Überlegungen der philosophischen Werke von Platon und anderen griechischen Autoren zu vertiefen.
Ferdinand Weinhandl (1896 - 1973)Lebensdaten
Der Philosoph und Psychologe Ferdinand Weinhandl war Schüler von Alexius Meinong, Christian von Ehrenfels und Vittorio Benussi. Er wird der Grazer Schule zugerechnet. Weinhandl ist Schöpfer der gestaltanalytischen Methode als Instrument philosophischer Wirklichkeitsbetrachtung. Zugleich aber hat Weinhandl mit dieser Methode ein prinzipielles philosophisches Verfahren entwickelt, dessen Anwendungsgebiet nicht auf speziell philosophische Themen beschränkt blieb. Denn aufbauend auf gestalttheoretischen überlegungen von Christian von Ehrenfels gelangte er zur Entwicklung des Gestaltlegetests (GLT). Dadurch fand die Gestaltanalyse auf dem Gebiet der Diagnose Eingang in die Psychologie.
August Weismann (1834 - 1914)August Weismann ist ein Vertreter des Merismus.
Christian Weiß (1774 - 1853)Christian Weiß, geboren in Taucha bei Leipzig, studierte in Leipzig. Er wurde 1801 außerordentlicher Professor und 1805 Direktor des Lyzeums in Fulda. 1808 wurde Weiß Schuldirektor in Naumburg, 1816 Schulrat in Merseburg. Christian Weiß starb in Merseburg. Weiß ist vor allem von Kant, Fries und Jacobi beeinflußt. Er vertritt einen übersinnlichen Realismus. Weiß entwirft eine genetische Psychologie, die die inneren Gründe und Zusammenhänge der Tatsachen des innern Lebens untersucht. Die psychischen Elemente sind Trieb und Sinn. Aus der Verbindung der Elemente gehen das Vorstellungs-, Begehrungs-, und Gefühlsvermögen hervor. Entwicklungsstufen des Psychischen sind Sinnlichkeit, Verständigkeit und Vernünftigkeit. Ohne Tendenz, Trieb sind keine Vorstellungen möglich. Das Wesen der Seele ist Handlung. Die Psychologie hat die seelischen Handlungen nicht bloß zu beschreiben, sondern auch zu analysieren. Dadurch erhält man Momente der Handlungen und Zustände. Das Leben wird durch psychische Kräfte erzeugt. Die Kraft ist das Reale aller Erscheinung. Die Existenz ist das Erscheinen der Kraft in Raum und Zeit. Die Wechselwirkung zwischen Geist und Materie beschreibt Weiß als eine Wechselwirkung zwischen Kräften.
Christian Hermann Weiße (1801 - 1866)Der deutsche Philosoph Christian Hermann Weiße studierte in Leipzig Recht, Literaturgeschichte, Philosophie und Kunstgeschichte. 1823 habilitierte er sich. Ab 1844 war Weiße Professor in Leipzig. Weiße stand zunächst der Philosophie von Hegel nahe. Später wandte er sich von ihr ab, weil er bei Hegel die Idee eines persönlichen Gottes vermißte. Vom späten Schelling beeinflußt entwickelte er eine theistische Religionsphilosophie.
Bernhard Welte (geb. 1906)Bernhard Welte ist ein Vertreter des Katholischen Existentialismus.
Aloys Wenzl (1887 - 1967)Aloys Wenzl ist ein Vertreter des Kritischen Realismus.
Max Wertheimer (1880 - 1943)Max Wertheimer ist ein Vertreter der Berliner Schule der Gestaltpsychologie.
Richard Whetley (1787 - 1863)Der englische Philosoph und Logiker Richard Whetley war Erzbischof von Dublin. Die Logik definierte Whetley als die Kunst, Beweise darzulegen, das Grammatik des Schließens. Als Urteil bezeichnete Whetley den Vergleich zweier Begriffe im Geist, und den Schluß als Akt, vermittels dessen der Geist von bekannten Urteilen zu einem anderen Urteil übergeht, das auf den Ausgangsurteilen basiert.
William Whewell (1794 - 1866)Der englische Logiker ist Autor der Werke Geschichte der induktiven Wissenschaften seit ältesten Zeiten (1840) und Novum Organon renovatum, die gegen das Novum Organum von Francis Bacon gerichtet sind. Whewell vertrat die Ansicht, daß die Aufgabe der wissenschaftlichen Forschung nicht in der Anhäufung von Fakten besteht, sondern in der Formulierung von allgemeinen Gesetzen, in der Erarbeitung von Hypothesen. Whewell ist einer der Vorläfer der heuristischen Logik. Er fundiert die Induktion auf fundamental ideas, die das Denken in die Erfahrungen legt.
Alfred North Whitehead (1861 - 1947)Der englische Mathematiker, Logiker und Philosoph A. N. Whitehead war von 1914 bis 1924 Professor in London und von 1924 bis 1937 an der Harvard University. Whitehead verfaßte zusammen mit Russell das dreibändige Werk Principia Mathematica (1910-1913), das maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung der Logik hatte. In seinen naturphilosophischen Werken - A Enquiry Concerning the Principles of Natural Knowledge (1919), The Concept of Nature (1920) und Science and the Modern World (1925) - gibt Whithead eine phänomenalistische Deutung der Grundbegriffe und Erkenntnisse der Naturwissenschaften. Whitehead verwirft die Unterscheidung zwischen der Welt, wie wir sie in der Wahrnehmung erfahren, und der Welt, wie sie an sich ist. Die Naturwissenschaften untersuchen in diesem Sinn nicht eine tieferliegende Wirklichkeit, die unsere Wahrnehmungen verursachen würde. Die Naturwissenschaften sind als begrifflicher Überbau unserer Wahrnehmungen aufzufassen. Daher lassen sich alle mathematischen und physikalischen Grundbegriffe auf Begriffe zurückführen, die unmittelbar auf das in der Erfahrung Gegebene anwendbar sind. In den Werken Process and Reality (1929) und Adventures of Ideas (1933) zeigt Whitehead, wie Begriffe, die in Verbindung mit der Erforschung lebendiger Organismen entwickelt worden sind, in allgemeiner Form auf physische wie auf psychische Phänomene angewendet werden können.
Paul Heinrich Widemann"Widemann, ein geborener Chemnitzer (sein Vater Rechtsanwalt Widemann war der Begründer des manchen alten Chemnitzer noch bekannten 'Widemanns Garten'), der jahrelang in Chemnitz ein ziemlich unbekanntes Dasein geführt hat, war einer der bedeutendsten interessantesten Köpfe, denen man im Leben begegnen kann. Eine Stunde mit diesem Mann verbracht, bedeutete immer eine Bereicherung von Erkenntnissen, eine Erweiterung des Gesichts- und Gedankenkreises." [Mayerhoff, F. 1933a] Widemann hatte "unter dem vollen grauen, zuletzt schneeweißen Haar ein paar lebhafte blaue Augen ..." [Püschel, E. 1928a], er hatte einen "mittelgroßen, stets beweglichen Körper, der die Rührigkeit seines Geistes beredt verriet." [Püschel, E. 1928a] Nietzsche schenkte den musikalischen Schöpfungen Widemanns "... freundschaftliche Aufmerksamkeit und kritisierte z. B. seine Liederhefte 'Aus des Herzens Nacht' und 'In Majas Zauber' (später bei Breitkopf und Härtel erschienen) sehr günstig. Ein großes Erlebnis war für Widemann die Teilnahme an den ersten Bayreuther Festspielen 1876; er war und blieb stets ein begeisterter Wagner-Verehrer, und als ein Heiligtum bewahrte er zeitlebens die große Meistersinger-Partitur, die Richard Wagner Nietzsche, und die dieser ihm mit einer herrlichen Widmung geschenkt hatte." [Püschel, E. 1928a] "Daß auch ein ganz Großer wie Friedrich Nietzsche für ihn die größte Schätzung hegte, das beweisen manche Briefe des großen Philosophen an Widemann, in denen der Erkrankte sehnsüchtig seine Gesellschaft in Italien herbeiwünscht; das beweist eine begeisterte Widmung, in eine Partitur von Richard Wagners Meistersingern eingetragen, ein Weihnachtsgeschenk Wagners an Nietzsche aus den siebziger Jahren. Diese Partitur gibt Nietzsche weiter an den 'trefflichen Freund' mit den ehrendsten Worten als einen Beweis 'für die Hoffnung', die er, Nietzsche, 'für die deutsche Kunst auf das große und starke Talent' Widemanns hegt. Widemann hat übrigens im Jahre 1885 selbst ein kühnes philosophisches Werk herausgebracht, das den Titel trug: 'Erkennen und Sein, Lösung des Problems des Idealen und Realen, zugleich eine Erörterung des richtigen Ausgangspunktes und der Prinzipien der Philosophie'." [Mayerhoff, F. 1933a]. "Am 28. Juli erhält Nietzsche - wahrscheinlich angeregt durch Köselitz - das Buch von Heinrich Widemann »Erkennen und Sein«. Als Gegengabe läßt ihm Nietzsche - durch Köselitz - seinen Zarathustra IV zukommen." [Janz C. P. 1978a, II, 400]. Am 31.07.1875 schreibt Nietzsche an Widemann in höflicher Manier: "Sie haben ... mir durch Ihren Brief und die Übersendung Ihres Werkes keine kleine Ehre erwiesen, - gar nicht zu reden von dessen letzter Seite, wo Sie meinem Sohn Zarathustra die erste öffentliche Zensur feierlich und festlich ausstellten: - Das soll Ihnen nie vergessen werden!". Über Widemanns Buch schreibt Nietzsche an Köselitz am 01.08.1875: "... persönlich betrachtet ist es vielleicht ein kleines Malheur für mich (von wegen des Dühring und des gepredigten Mengel-Mantsch an Physik und Bewußtseins-Tatsachen), aber es wird noch viele solche Quidproquis geben und bösere!". "Widemann setzt sich mit Dühring auseinander, was Nietzsche wieder einmal auf Dührings »Kursus der Philosophie« bringt. In diesem Zusammenhang interessierte er sich auch für eine Textstelle in August Bebels 1883 erschienenem »Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft«, die ihm Köselitz herausschreiben muß. Offenbar besitzt Köselitz das Buch, und wir dürfen vermuten, daß es im Mai in Venedig zur gemeinsamen Lektüre diente oder zumindest ausgiebig besprochen wurde, sonst könnte sich Nietzsche nicht so präzise an eine Textstelle erinnern und danach fragen." [Janz C. P. 1978a, II, 400]. Püschel schreibt über Widemanns Buch: "Es würde hier zu weit führen, auf das, was Peter Gast sagt, 'mit einer ganz abnormen Energie des Denkens geschriebene Buch' einzugehen, das die schwierigsten Probleme der Erkenntnistheorie behandelt. Der an Kant und Schopenhauer geschulte Denker und Wahrheitssucher kehrte nach allen Abstechern - die vielleicht sonderbarste war ein langjähriger Aufenthalt in Quinto bei Genua, wo er als Blumenzüchter lebte - zu seiner großen Liebe, der Philosophie, zurück." [Püschel, E. 1928a] "Durch Widemann kam ich nun mit seinem besten Freund, Peter Gast, auch in anregende Beziehung, die mir manche Zeile Gasts eingetragen hat, unter anderem auch eine sehr freundliche Beglückwünschung zur Übernahme des Leipziger Riedelvereins, mit der Mitteilung, daß Nietzsche diesem Verein auch kurze Zeit angehört habe ..." [Mayerhoff, F. 1933a]. Während der Amtszeit von M. Pohle wurde Widemann ab und an in Konzerten aufgeführt. Danach nicht mehr [vgl. Püschel, E. 1924a]. Literatur: Janz, Curt Paul: Nietzsche. Biographie in 3 Bdn., München/Wien: Hanser 1978 ff. Mayerhoff, Franz: Chemnitz und Nietzsche. Ein denkwürdiger Antrittsbesuch. In: Chemnitzer Tageblatt (11.02.1933) Nr. 42 Püschel, Eugen: Franz Mayerhoffs Schaffen. In: Chemnitzer Tageblatt (17.01.1924) Nr. 17, 5 Püschel, Eugen: Der letzte Idealist. Paul Heinrich Widemann zum Gedächtnis. In: Chemnitzer Tageblatt (29.01.1928) 29, 26 Weitere Informationen
Norbert Wiener (1894 - 1964)Der amerikanische Mathematiker Norbert Wiener ist einer der Begründer der Kybernetik. Mit 18 Jahren verteidigte er seine Dissertation zu Fragen der Philosophie der Mathematik. Zunächst beschäftigte er sich mit Problemen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, der Theorie der reellen Funktionen, der Potentialtheorie, der Funktionalanalysis und der mathematischen Physik. Während des 2. Weltkrieges arbeitete er an der Entwicklung und Anwendung elektronischer Geräte für ballistische Berechnungen. Dabei entstand bei ihm das Interesse an der Untersuchung von Problemen der automatischen Steuerung und der Kommunikation.
Wilhelm von Auvergne (gest. 1249)Wilhelm von Auvergne in Paris, war Lehrer der Theologie. Er wurde 1228 Bischof in Paris. Wilhelm von Auvergne ist in vielem, was dem Glauben nicht widerstreitet, Anhänger von Aristoteles. Er ist teilweise auch von Platon beeinflußt. Bezüglich einiger psychologischer Fragen (innere Sinne, Phantasie u. a.) ist er von Avicenna, bezüglich der Unsterblichkeitslehre von D. Gundissalinus abhängig. Es gibt nach Wilhelm von Auvergne erworbene (Verstandes- und empirische) Erkenntnis und angeborene Erkenntnis (scientia innata). Zur angeborenen Erkenntnis gehören die ersten, durch sich selbst bekannten Wahrheiten. Die Erkenntnis des Übersinnlichen erfolgt durch Erleuchtung (illuminatio) seitens Gott. Gott ist als Weltschöpfer die ewige Wahrheit. Die Schöpfung ist ein Akt des lebendigen Wissens und des freien Willens Gottes. Im göttlichen Intellekt sind die Ideen, die vollkommenen Urbilder der Dinge zu einer intelligiblen Welt, die Gottes Sohn ist, vereinigt. Die Ideen spiegeln sich als intelligible Objekte in unserem Geiste ab und existieren als Universalien in den Dingen. Die Übel in der Welt sind Mittel zum Guten. Der Intellekt gehört zur Seele. Die Seele ist eine einfache immaterielle, vom Leibe unabhängige, unsterbliche Substanz (substantia spiritualis). Der Wille hat die Freiheit, etwas zu tun oder zu unterlassen.
Wilhelm von Champeaux (1070 - 1121)Der französische Philosoph Wilhelm von Champeaux lehrte an der Domschule von Notre Dame. Wilhelm von Champeaux war ein Gegner von Abaelard. Er zog sich in seinen letzten Jahren von seiner Lehrtätigkeit in ein Kloster zurück. Universalien behandelte Wilhelm von Champeaux so, als ob sie reale Substanzen wären. Unter dem Einfluß der Kritik von Abaelard wurde sein Begriffsrealismus später gemäßigter.
Rudolf Willy (1855 - 1920)Rudolf Willy ist vor allem von Avenarius und Mach beeinflußt. Er nennt seinen Standpunkt Primär-Monismus. Die Gesamterfahrung ist ein unmittelbar gegebener Zusammenhang von Erlebnissen der Menschheit. Der Inhalt dieser Erlebnisse, die als solche genommen ästhetisch, qualitativ sind und erst in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise quantitativ-physikalisch werden, bildet die Außenwelt. Jede einzelne menschliche Persönlichkeit ist das Weltganze selbst in individuell nuancierter Gestalt. Sie ist damit kein absolut selbständiges Ich.
Konrad Wimpina (ca. 1465 - 1531)Der deutsche Theologe und Konrad Wimpina (eigentlich Konrad Koch) studierte ab 1479 an der Universität Leipzig. Er wurde 1485 in Leipzig Magister und Student der Theologie. Ab 1491 war er Lehrer und Kannonikos in Wimpfen am Nackar. In einem Streit mit M. Polich von Mellerstadt über das Verhältnis von Poesie und Theologie wies er der Theologie den ersten Rang zu. 1505 ging Wimpina nach Frankfurt (Oder), wo er die Gründung der Viadrina vorbereiten half und 1506 der erste Rektor wurde.
Peter Winch (geb. 1926)Der englische Philosoph Peter Winch ist durch die Kritik am logischen Positivismus in seinem Buch The Idea of a Social Science (1958) bekannt geworden. Auf der Grundlage von Wittgensteins Untersuchungen zu Begriffen wie Verstehen, Regel und Lebensform vertritt Winch die Ansicht, daß gesellschaftswissenschaftliche Eklärungen prinzipiell von naturwissenschaftlichen Erklärungen zu unterscheiden sind. Handlungen, zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Institutionen sind von Regeln und nicht von Naturgesetzen gesteuert. Deshalb können gesellschaftliche Phänomene nur durch eine Klärung der Regelsysteme verstanden werden, nicht aber durch kausale Erklärungen.
Johann Joachim Winckelmann (1717 - 1768)Der deutsche Kunsthistoriker, Ästhetiker und Archäologe Johann Joachim Winckelmann wendete sich gegen den Fortschrittsglauben der Aufklärungsphilosophie. Er setzte dieser philosophischen Strömung das Ideal der Kunst der griechischen Antike gegenüber. Winckelmann beeinflußte in entscheidender Weise das Griechenlandverständnis der Weimarer Klassik sowie die Auffassung von Kunst-, Literatur- und Geistesgeschichte bei Herder, F. Schlegel, A. W. Schlegel und Hegel.
Wilhelm Windelband (1848 - 1915)Der deutsche Philosoph Wilhelm Windelband ist einer der führenden Vertreter der Badener Schule. Windelband ist insbesondere durch seine philosophiehistorischen Arbeiten bekanntgeworden. Nach Windelband ist die Philosophie eine Wertlehre, eine normative Wissenschaft von den allgemeingültigen Werten. Nach Windelband sind die Axiome für die genetische Methode tatsächliche Auffassungsweisen, welche sich in der Entwicklung der menschlichen Vorstellungen, Willensentscheidungen und Gefühle herausgebildet haben. Für die kritische Methode sind die Axiome Normen, welche unter der Voraussetzung gelten sollen, daß das Denken den Zweck hat, wahr zu sein, das Wollen den Zweck hat, gut zu sein bzw. das Fühlen den Zweck hat, Schönheit zu erfassen.
Stephan Witasek (1870 - 1915)Stephan Witasek ist ein Schüler Meinongs und ein Vertreter der Grazer Schule. Er habilitierte 1899 in Philosophie. Witsak war Bibliothekar an der Grazer Universität und Mitarbeiter Meinongs im Psychologischen Laboratorium, dessen Leitung ihm im Herbst 1914 übertragen wurde [1]. Aber schon wenige Zeit später erlag er einem Magenleiden [2]. Witasek's Ausgangspunkt für seine Vorstellungs- und Dispositionspsychologie ist die Unterscheidung zwischen unanschaulichen und anschaulichen Vorstellungen. Eine unanschauliche Vorstellung beispielsweise über die Farbe kann auch ein Blinder haben, indem er sich die Farbe nur denkt. Man spricht heute im Blindenbildungswesen auch gerne von Worthülsen. Soll eine Farbe auch anschaulich vrgestellt werden, muß der Vorstellende diese Farbe auch anschaulich vorstellen wollen und können. Sind beide Voraussetzungen erfüllt geht die unanschauliche Vorstellung in eine anschauliche über. Litratur
[1]
Meinong, A. In: Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Leipzig
21923, 109
Karl August Wittfogel (geb. 1896)Karl August Wittfogel ist ein Vertreter der Frankfurter Schule. Wittfogel vertritt eine Kreislauftheorie.
Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951)Der österreichische Philosoph und Logiker Ludwig Josef Johann Wittgenstein studierte Ingenieurwissenschaft, 1906-08 in Berlin und danach bis 1912 in Manchester. Hier wurde er mit Russells Schriften über die Grundlagen der Mathematik bekannt, die ihn so sehr beeindruckten, daß er 1912 sein Ingenieurstudium aufgab, um in Cambridge unter Russells Anleitung Mathematik und Logik zu studieren. Unter dem Einfluß von Frege begann Wittgenstein eine umfassende Theorie über die Grundlage der Logik und die Wirkungsarten der Sprache zu entwickeln. Dieses Projekt verfolgte er mit großem Eifer während seines Aufenthaltes 1913-14 in Norwegen und während der Kriegsjahre, in denen er sich freiwillig als Artillerist an die Ostfront meldete. Ergebnis dieser Studien ist der Tractatus Logico-Philosophicus, der 1921 auf deutsch in den Annalen der Naturphilosophie, 1922 auf englisch erschien. Mit dem Verfassen dieses Werks hielt Wittgenstein seine philosophische Aufgabe für beendet. Wittgenstein verwendete in seinem Tractatus logico-philosophicus wohl als erster die heute üblichen Wahrheitswerttafeln der Aussagenlogik. Nach der Entlassung aus ital. Kriegsgefangenschaft ließ er sich deshalb als Volksschullehrer ausbilden, um 1920 in einem kleinen österreichischen Dorf Lehrer zu werden. Hier arbeitete er bis 1926 und ließ sich danach in Wien nieder. In den folgenden Jahren nahm Wittgenstein Kontakte mit Schlick und dem Wiener Kreis auf, die den Tractatus mit größtem Interesse studierten. 1929 kehrte er nach Cambridge zurück, um dort seine philosophischen Arbeiten fortzusetzen. Seine Vorlesungen und Notizen aus den Jahren 1930-36 zeigen die Entwicklung neuer Gedanken, die er seit 1936 zu den Philosophischen Untersuchungen zusammenstellte. 1939 erhielt Wittgenstein als Nachfolger von G. E. Moore eine Professur in Cambridge und beschäftigte sich vor allem mit Problemen der Bedeutungsanalyse und wurde dadurch zu einem der Begründer der sprachanalytischen Philosophie. Während der Kriegsjahre 1941-44 arbeitete Wittgenstein als Hilfskraft in Krankenhäusern in London und Newcastle. 1944 nahm er seine Vorlesungen in Cambridge wieder auf, entwickelte jedoch so großen Widerwillen gegen die Lehrtätigkeit und das akademische Leben überhaupt, daß er 1947 seinen Abschied einreichte, um fortan in ländlicher Abgeschiedenheit in Irland zu leben und zu arbeiten. Seine Arbeitsfähigkeit litt jedoch unter einer 1950 festgestellten, weit fortgeschrittenen Krebserkrankung. Nach Besuchen bei Verwandten und Freunden in Wien und Oxford sowie einem kurzen Aufenthalt in Norwegen starb Wittgenstein 1951 in Cambridge. Da die natürlichen Sprachen eine Reihe von Unzulänglichkeiten besitzen (z. B. die Mehrdeutigkeit der Wörter), entwickelte er die Idee der Schaffung einer künstlichen logisch vollkommenen Sprache, die aus Symbolen geschaffen wird, wie sie in der Logik üblich sind. Von der Möglichkeit, eine logisch perfekte Sprache zu schaffen, eine Zeichensprache, die einer logischen Grammatik gehorcht, sagte sich Wittgenstein später los.
Tadeusz Witwicki (1902 - 1970)Tadeusz Witwicki ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Michail Iwanowitsch Wladislawlew (1840 - 1890)Der russische Philosoph, Psychologe und Logiker studierte u. a. bei Hermann Lotze. Er war Professor an der Universität Petersburg. In seinem Werk Logik. Überblick über die induktiven und deduktiven Verfahren des Denkens, das 1881 in Petersburg erschien, definiert Wladislawlew die Logik als die Wissenschaft von den grundlegenden Verfahren und Methoden des Denkens, als eine seelische Tätigkeit, die vergleicht, verknüpft und neu bildet. Wladislawlew verfaßte einen ausführlichen Abriß von der Logik von Aristoteles bis zur induktiven Logik des 19. Jahrhunderts.
Christian Wolff (1679 - 1754)Der deutsche Philosoph, Mathematiker und Logiker Christian Wolff wurde 1706 Professor in Halle, 1723 in Marburg und ab 1740 wieder in Halle. Christian Wolff untersuchte, ausgehend von Leibniz, Descartes und Spinoza, Fragen der Ontologie, Ethik und Logik. Außerdem widmete er sich intensiv mathematischen Problemen. In der Philosophie galt er als großer Systematiker. Christian Wolff hielt seine Vorlesungen in deutscher Sprache und veröffentlichete neben umfangreichen lateinischen Büchern auch kürzere deutschsprachige Letfäden. Dazu entwickelte er eine deutsche Terminologie und verwendete Begriffe wie Bewußtsein, Vorstellung, Begriff Wissenschaft als erster. Auch die lateinischen Begriffe Monismus und Teleologie gehen auf Wolff zurück. Die Logik definierte Wolff als Propädeutik der Philosophie, die die gnoseologische Fähigkeit untersucht, im Urteil Wahres und Falsches zu unterscheiden. Die Logik hilft nach Wolff, "daß wir die Kräfte des menschlichen Verstandes und ihren rechten Gebrauch in Erkenntnis der Wahrheit erkennen lernen". Es gibt eine lehrende und eine ausübende Logik. Seine Logik orientierte sich vorwiegend an Aristoteles und hat Lambert und Ploucquet beeinflußt. Seine Vorlesung zur Physik und Logik an der Marburger Universität hat Lomonossow gehört, der sein Schüler wurde. Wolff unterteilte die Logik in theoretische Logik, in der die Denkformen untersucht werden, und in praktische Logik, in der die Wahrheitskriterien untersucht werden. In der Erkenntnis unterscheidet Wolff drei Stufen: Begriff, Urteil und Schluß. Das Urteil besteht aus zwei Begriffen. Der Schluß ist die Bildung eines neuen Urteils aus gegebenen Urteilen. Induktion wird von ihm auf die Arten des kategorischen Syllogismus reduziert. Seine Philosophie hat großen Einfluß auf Kant gehabt.
Stefan Woloszyn (geb. 1911)Stefan Woloszyn ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Nikolaj Wladislawowitsch Wolskij (1879 - 1964)Nikolaj Wladislawowitsch Wolskij (N. Walentinow) ist ein Anhänger von Mach. Er versuchte den Marxismus mit den Positionen von Mach und Avenarius zu verbinden.
Ludwig Woltmann (1871 - 1907)Ludwig Woltmann verbindet den Neukantianismus mit dem Marxismus und Evolutionismus (Darwin). Die biologische Geschichte der Menschenrassen ist die Geschichte der Staaten. Die Soziologie muß biologisch-anthropologisch sein. Die Gesellschaft ist ein überorganisches Gebilde. Mangel an Selektion ist die wichtigste Ursache der erblichen Entartung der Rassen. Es müssen in den sozialen Einrichtungen Bedingungen geschaffen werden, welche der Auslese der Besten förderlich sind.
Johann Worotnezi (1315 - 1386)Der armenische Logiker und Philosoph war Kommentator der Werke Kategorie und De Interpretatione von Aristoteles und des Werkes Einführung in die »Kategorien« des Aristoteles von Porphyrios. Die Erkenntnis beginnt nach Worotnezi mit der Empfindung, die in bezug auf die realen Körper sekundär ist. Das Allgemeine (Gattung und Arten) ist Abstraktion vom Einzelnen, es existiert nur dort, wo es Einzelnes und Vielfalt gibt. Das Einzelne ist wichtiger als das Allgemeine; das Einzelne verschwindet nicht durch das Allgemeine; das Einzelne verschwindet nicht ohne das allgemeine; und das Allgemeine fordert für sein Auftauchen die Existenz des Einzelnen.
Georg Henrik von Wright (geb. 1916)Der finnische Logiker und Philosoph hat interessante Beiträge zur deontischen Logik, zur Präferenzenlogik, zur Zeitlogik, zur Modallogik und zur Logik der Induktion und der Wahrscheinlichkeit veröffentlicht. Von Wright ist ein Schüler von Kaila. In dem Artikel Deontic Logic (Mind, 1951) macht von Wright auf formale Analogien aufmerksam, die zwischen den deontischen Begriffen und den modallogischen Grundbegriffen bestehen. Der Ansatz die deontische Logik auf der Modallogik aufzubauen, hat sich später bei der Ausarbeitung semantischer Systeme als fruchtbar erwiesen. In Arbeiten wie The Varieties of Goodness (1963) und Norm and Action (1963) hat von Wright Begriffe wie Handlung, Wert und Norm analysiert. In Explanation und Understanding (1971) stellt er der kausal-erklärenden Erkenntnisform der Naturwissenschaften die hermeneutisch-verstehende Erkenntnisform gegenüber, die eher den Geisteswissenschaften zugerechnet wird. Er geht davon aus, daß sein covering law-model die naturwissenschaftlichen Erklärungen umfaßt und weist zurück, daß dieses Modell auch für Handlungserklärungen wie denjenigen in der Geschichtswissenschaft Geltung habe. Motiverklärungen können seiner Meinung nach keine kausalen Erklärungen sein. Motiv und Handlung lassen sich nicht wie Ursache und Wirkung voneinander trennen, weil die Identität des Motivs nicht unabhängig von der Identität der Handlung festgelegt werden kann und umgekehrt.
Aleksander Wundheiler (1902 - 1957)Aleksander Wundheiler ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Wilhelm Wundt (1832 - 1920)Wilhelm Wundt wurde am 16.8.1832 in Neckerau bei Mannheim geboren und starb am 31.8.1920 in Großbothen (bei Leipzig). Nach dem Studium der Medizin in Tübingen, Heidelberg und Berlin wandte er sich als Assistent von Helmholtz experimentellen Arbeiten zur Neuro- und Sinnesphysiologie zu, in deren Gefolge er auf psychologische Probleme der Wahrnehmung stieß ('Beiträge zur Theorie der Sinneswahrnehmung', 1858-1862). Mit den 'Vorlesungen über die Menschen- und Tierseele' (1863) unternahm er den ersten Versuch einer Einführung in die auf naturwissenschaftlich-experimenteller Methodik basierende Psychologie. Den Abschluß der Heidelberger Jahre, wo er 1864 außerordentlicher Professor für Physiologie wurde, bildete die zusammenfassende Darstellung der jungen Experimentalwissenschaft in den 'Grundzügen der physiologischen Psychologie' (1873-1874). Er wirkte in den 60er Jahren zeitweise als Vorsitzender des Heidelberger Arbeiterbildungsvereins an der wissenschaftlichen Aufklärung und Bildung breiter Schichten der Volkes mit. Als Abgeordneter des Landtages von Baden (1866-1868) war er reformerisch im liberalen Sinne tätig und trat für die Reichseinigungspläne Bismarcks ein. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Zürich als Professor für induktive Philosophie wurde er 1875 nach Leipzig berufen, wo er in 45jähriger Tätigkeit die Voraussetzungen für die Konsolidierung einer wissenschaftlichen Psychologie schuf: Gründung des ersten Instituts für experimentelle Psychologie 1879, Herausgabe der ersten psychologischen Fachzeitschrift ('Philosophische Studien', 20 Bde., 1883-1903, danach 'Psychologische Studien', 20 Bde., 1906-1918), Ausbildung eines experimentell geschulten wissenschaftlichen Nachwuchses, der die internationale Entwicklung der Psychologie mitbestimmte. Neben der Anleitung experimentell-psychologischer Arbeiten wandte sich Wundt in Leipzig vorrangig der Bearbeitung philosophischer und logischer Probleme zu. Die letzten 20 Jahre seines Lebens widmete er vor allem völkerpsychologischen Studien, die ihren literarischen Niederschlag in der 10bändigen 'Völkerpsychologie' fanden. Den Zugang zur Psychologie gewann er von der Physiologie her. Die Berechtigung, die in der Physiologie mit wachsendem Erfolg praktizierte experimentelle Methodik auf die Untersuchung psychischer Funktionen anzuwenden, begründete er damit, daß 'die Erscheinungen der Seele rein als Naturerscheinungen aufzufassen' seien (Vorlesungen über die Menschen- und Tierseele, 23). Wundt grenzte die Psychologie nach zwei Seiten hin ab: zum einen gegenüber der Metaphysik, die von einem substantialisierten Seelenbegriff ausging und mit spekulativen Reflexionen das 'Wesen der Seele' zu ergründen versuchte, zum anderen gegenüber der Physiologie, deren Vertreter teilweise eine einlinig-kausale Ableitung psychischer Prozesse aus physiologischen postulierten (phyiologischer Reduktionismus). Demgegenüber behauptete Wundt die qualitative Besonderheit psychischer Erscheinungen gegenüber physiologischen Prozessen. Die Kritik an der Reduzierung des Psychischen auf physiologische Vorgänge verband er mit dem Prinzip des 'psychophysischen Parallelismus'. Diesem Prinzip zufolge entsprechen zwar physische und psychische Prozesse einander, doch bestehen keine Kausalbeziehungen zwischen ihnen, vielmehr haben Psychisches und Physisches ihre eigenen Kausalprinzipien. Das Psychische wird als das bestimmt, was in der 'Erfahrung' dem Subjekt 'unmittelbar' gegeben ist. Gegenstand der Psychologier ist folglich die allgemeine Erfahrung in ihrer 'unmittelbaren Beschaffenheit'. Die für die Psychologie charakteristische 'unmittelbare Erfahrung' und die den Naturwissenschaften zugeordnete 'mittelbare Erfahrung' (die vom Subjekt abstrahiert) werden als unterschiedliche Betrachtungsaspekte der 'an sich einheitlichen Erfahrung' einander gegenübergestellt. Als 'Wissenschaft der unmittelbaren Erfahrung' hat es die Psychologie mit Bewußtseinstatsachen zu tun. Der Inhalt des Psychischen wird auf das der Selbstbeobachtung Zugängliche reduziert. Das Bewußtsein versucht Wundt durch Analyse in seine Elemente und die zwischen diesen Elemente bestehenden Beziehungen (Assoziationen) aufzugliedern. Im Gegensatz zur klassischen Assoziationspsychologie weist Wundt mit Hilfe des an Leibniz anknüpfenden Apperzeptionsbegriffs auf den ganzheitlichen Charakter des Psychischen hin und betont die Aktivität des Subjekts (Apperzeption als Quelle der Selbsttätigkeit). Die damit angestrebte Einführung des Tätigkeitsaspekts in die Untersuchung psychischer Phänomene verliert ihre potentiell positiven Auswirkungen auf die psychologische Erkenntnisgewinnung, weil Wundt Tätigkeit als Wirksamwerden einer inneren, geistigen Kraft, nämlich des Willens, auffaßt. Ebenfalls in Antithese zu den Assoziationspsychologen formulierte Wundt das 'Prinzip der schöpferischen Synthese'. Es besagt, daß die psychischen Gebilde zu den Elementen, aus denen sie zusammengesetzt sind, bestimmte kausale Beziehungen haben, daß sie aber zugleich neue Eigenschaften besitzen, die in den einzelnen Elementen nicht enthalten sind. In kritischer Ausseinandersetzung mit 'substantialistischen' Seelenvorstellungen betont Wundt die Aktualität psychischer Vorgänge: Psychische Vorgänge seien immer nur als Prozeß, Geschehen aufzufassen. Die Betonung des Prozesscharakters psychischer Erscheinungen war eine Voraussetzungen für die Einführung des Experiments in die Psychologie. Den Anwendungsbereich des Experiments wollte Wundt jedoch auf 'elementare' bzw. 'einfachere psychische Vorgänge' beschränkt wissen. Für die 'zusammengesetzten' bzw. 'höheren psychischen Vorgänge' sollte dagegen die historisch-vergleichende 'Beobachtung der allgemeingültigen Geisteserzeugnisse', d. h. die völkerpsychologische Methode, zur Anwendung kommen. Indem Wundt auf diese Weise die neukantianische Emtgegensetzung von Natur- und Geisteswissenschaften auf das Gebiet der Psychologie übertrug, konzipierte er faktisch zwei nach Gegenstand und Methode verschiedene Psychologien. Die Völkerpsychologie soll die aus dem begrenzten Anwendungsbereich des Experiments resultierenden Leerstellen ausfüllen: a) Untersuchung komplexer psychischer Funktionen, b) Erfassung der sozialen Dimension des Psychischen, c) Betrachtung psychischer Prozesse unter historisch-genetischem Aspekt. Entsprechend Wundt's Auffassung von der Philosophie als Synthese einzelwissenschaftlicher Erkenntnisse bezieht Wundt in seine Logik neben einer allgemeinen Erkenntnislehre eine Methodenlehre ein, in welcher die Methodik der seinerzeit wichtigsten Einzelwissenschaften erörtert wird. Nach Wundt ist die Psychologie ein Hilfsmittel der logischen Forschung. Die Fragen nach den Gründen des Erkenntniswertes und nach der Entwicklung des logischen Denkens führen weit über das Gebiet der Psychologie hinaus. Alles, was Ergebnis planmäßiger Reflexion ist, gehözur Logik. Während die Psychologie uns lehrt, wie sich der Verlauf der Gedanken wirklich vollzieht, will die Logik feststellen, wie sich derselbe voll ziehen soll, damit er zu richtigen Erkenntnissen führe. Die Logik ist also eine normative Wissenschaft. Wundt schloß sich jener Grundströmung in den Auseinandersetzungen um die Logik an, die als Tendenz bereits bei Descartes und Locke zu finden ist, und für die charakteristisch ist, daß versucht wird, die logischen Gesetze psychologisch zu begründen. Die logischen Normen gehen nach Wundt aus psychologischen Gesetzen hervor. Daher könne ihre Untersuchung nicht losgelöst von der Psychologie erfolgen. Wundt teilte jedoch nicht die Ansichten von Mill und Lipps, die die logischen Gesetze empiristisch deuteten und die Logik in einen Zweig der Psychologie verwandeln wollten. Nach Wundt sind die logischen Gesetze nicht das ergebnis erfahrungsmäßiger Verallgemeinerungen, da auf diese Weise ihre Allgemeinheit nicht begründbar ist. Wundt betrachtet die logischen Gesetze als Normen, denen das Denken zu entsprechen hat. Besondere Bedeutung kommt Wundt's Bemühungen zu, die logische Forschung enger mit der Methodologie der Wissenschaften zu verbinden und die logischen Methoden in den Wissenschaften zu untersuchen. Nach Wundt ist die elementare logische Form der Induktion der Verbindungsschluß (Schluß der dritten Aristotelischen Figur). Die induktive Methode sucht durch eine mannigfach wechselnde Benutzung der analytischen und synthetischen Methode die Deutungen der Tatsachen zu beschränken. Als das Resultat einer Induktion ergibt sich stets ein allgemeiner Satz, welcher die einzelnen Tatsachen der Erfahrung, die zu seiner Ableitung gedient haben, als spezielle Fälle in sich enthält. Einen solchen Satz nennen wir ein Gesetz. Wie die Konstanz der Objekte unserer Beobachtung die Bedingung für die Abstraktion von Gattungsbegriffen ist, so ist die Regelmäßigkeit des Geschehens die Bedingung für die Induktion von Gesetzen. Nach dem Grade der Allgemeinheit sind drei Stufen der Induktion zu unterscheiden: Die allgemeine logische Regel der physikalischen Induktion lautet: Unter den eine Erscheinung begleitenden Umständen sind diejenigen als wesentliche Bedingungen derselben anzusehen, deren Beseitigung die Erscheinung selber beseitigt, und deren quantitative Veränderung eine quantitative Veränderung der Erscheinung herbeiführt. In seiner Begriffslehre untersucht er die Begriffsverhältnisse wie die Identität, die vollständige und teilweise Subordination, die Disjunktion, die konträre Entgegensetzung, die kontradiktorische Entgegensetzung und die Unvergleichbarkeit von Begriffen. Wundt unterscheidet drei logische Kategorien, in die sich die Begriffe einteilen lassen: die Kategorie der Gegenstandsbegriffe, die Kategorie der Eigenschaftsbegriffe und die Kategorie der Zustandsbegriffe. Begriffe verschiedener Kategorien werden nur vergleichbar, wenn sie in Begriffe ein und derselben Kategorie umgewandelt werden. In der Nichtbeachtung deser Grundbedingung sieht Wundt einen wichtigen Fehler der bisherigen Logik. Wundt war Begriffslogiker, d. h. er versuchte die Urteils- und Schlußformen von den Begriffsverhältnissen ausgehend darzustellen. Er folgt darin einer bis auf Aristoteles zurückreichenden Tradition in der Logik. Die Verknüpfung von Begriffen erfolgt bei Wundt mit Hilfe bestimmter Verbindungsformen, die den logischen Charakter der neu entstandenen Begriffsverbidungen bestimmen. Dabei werden drei fundamentale logische Operationen betrachtet, die zur Bildung neuer Begriffe führen: die Determination, die Summation und die Negation von Begriffen. Wundt betont, daß sich apodiktische Sätze nicht aus Anschauungen sondern aus zwingenden Schlußfolgerungen ergeben. Die Notwendigkeit der geometrischen Sätze beruht auf deren ausnahmsloser Gültigkeit. Die Axiome der Zeit können nur aus der Erfahrung stammen, weil sie, abgesehen von der Aufeinanderfolge unserer Vorstellungen, völlig gegenstandslos sind. Die mathematischen Axiome sind Anwendungen des Satzes vom Grunde auf mathematische Grundbegriffe. A priori sind sie nur, insofern Raum und Zeit begrifflich unabhängig von jeder speziellen Erfahrung bestimmt werden können. Die mathematischen Axiome haben den Charakter allgemeinster Erfahrungsgesetze. Sie beruhen auf ursprünglichen Induktionen und sind gleichzeitig Gesetze des Denkens und der Denkobjekte. Das Prinzip der Konstanz mathematischer Gesetze und das Prinzip der Permanenz der mathematischen Operationen bringen die Allgemeingültigkeit der mathematischen Begriffe zum Ausdruck. In der Ethik vertritt Wundt einen 'Kollektivismus' und proklamiert die 'Überordnung der Gemeinschaft über die Einzelpersönlichkeit'. Im Kontext seiner Betonung des Willens betrachtet der das Sittliche als Willensentwicklung. Werke: (1)
Vorlesungen über die Menschen- und Tierseele, 1863, 1922
Alexandr Iwanowitsch Wwedenski (1856 - 1925)Der russische Philosoph und Psychologe wird zu den Neukantianern gezählt. Er wirkte an der Universität von Petrograd. Als Quelle der Wahrnehmungen bezeichnete Wwedenski die innere seelische Tätigkeit. Er vertrat die Ansicht, daß das Wissen nicht das Wesen der Dinge enthüllt. Über das wahre Sein könnte man nichts anderes wissen als diese Möglichkeit des Wissens über das wahre Sein. Als Logik bezeichnete Wwedenski die Wissenschaft von der Richtigkeit oder Fehlerhaftigkeit des Denkens. Richtiges Denken bestimmte er als ein Denken, das zur Erweiterung des Wissens geeignet ist, und falsches als ein Denken, das sich zu diesem Zweck nicht eignet. Davon ausgehend, definierte er als Aufgaben der Logik Regeln
zu ermitteln, bei deren Befolgung sich das Denken zur Wissenserweiterung
eignet,
diese
Regeln mit den Gesetzen des Denkens zu erklären und
die
im Denken auftretenden Fehler zu ermitteln und zu beschreiben.
Die Logik ist nach Wwedenski von der Psychologie unabhängig und gründet sich nicht auf Psychologie. Richtiger wäre zu sagen, daß die Psychologie auf der Logik gründet. Am Denken betrachtet die Logik nur Richtigkeit und Falschheit unabhängig von den seelischen Erlebnissen. Das Urteil definiert Wwedenski als einen Gedanken, in dem etwas behauptet oder etwas negiert wird. Aus Urteilen besteht das Wissen, die Begriffe jedoch sind Bestandteile des Urteils, sie sind weder wahr noch falsch, da nur Urteile wahr oder falsch sein können. Wwedenski akzeptiert die Kantsche Unterteilung der Urteile in analytische und synthetische Urteile a priori. Den Schluß charakterisiert er als eine Vereinigung von zwei oder mehr Urteilen.
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