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Nicolaus Taurellus (Öchslein) (1547 - 1606)Der deutsche Philosoph und Mediziner Nicolaus Taurellus (eigentlich Nikolaus Öchslein) versuchte Philosophie und christlichen Glauber zu einer widerspruchslosen Einheit zu verbinden. Er kritisierte zu diesem Zweck Aristoteles, den Averroismus und Pantheismus. Gott schuf nach Taurellus die Welt aus dem Nichts. Die Welt ist nicht ewig. Taurellus vertrat auch atomistische Ansichten. Grundlage der Erkenntnis sind angeborene Ideen. Die Sinnesentwicklung ist aber als Erkenntnisquelle wichtig.
William von Ockham (1285 - 1349)Der englische Philosoph und Logiker William von Ockham (auch Occam) war ein extremer Nominalist. Nach Ockham ist die Logik neben Rhetorik und Grammatik eine echte Anleitung zur Erkenntnis, die den Intellekt und seine Tätigkeit lenkt. Die Logik befaßt sich mit der Analyse von Zeichen. Neben den beiden Modalitäten wahr und falsch nahm Ockham einen dritten Wert unbestimmt an. Man kann seine Theorie daher als Vorläufer für mehrwertige Logiken betrachten. Ockham lehnte die Meinung der Realisten ab, daß Universalien geistige Wesenheiten sind und bezeichente sie als Termini, die Klassen von Objekten und Relationen bezeichnen. Die Welt besteht nach Ockham aus einzelnen Dingen. Verborgene Qualitäten habe man nirgends erkennen können. In diesem Zusammenhang formulierte er ein wichtiges Prinzip: Wesenheiten soll man nicht über Gebühr vermehren (entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem), denn Es ist eitel, etwas mit mehr zu erreichen, was mit weniger zu erreichen möglich ist (frustra fit per plura, quod fierit potest per pauceriora). Man nennt dieses Prinzip Ockhamsches Rasiermesser, weil es dazu dient Platons Bart abzuschneiden.
Anton Oelzelt-Newin (gest. 1925)Der Philosoph Anton Oelzelt-Newin war Privatdozent für Philosophie in Bern. Er gehört zu den Schülern von Alexius Meinong in dessen Wiener Zeit. Seine Habilitation für Philosophie 1888 wurde - wie Meinong - berichtet von der Unterrichtsbehörde aus formellen Gründen nicht bestätigt [1]. Mit seiner Spende von Apparaten im Jahre 1893 legte er die Grundlage für das 1894 von Meinong begründe psychologische Laboratorium der Universität Graz [2]. Anton Oelzelt-Newin ist ein Vertreter der Grazer Schule.
[1]
Meinong, A. In: Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Leipzig
21923, 105
Friedrich Christoph Oetinger (1702 - 1782)Friedrich Christoph Oetinger ist ein Vertreter des Pietismus. Er ist stark von Böhme, Malebranche und Swedenborg beeinflußt. Oetinger betont die Zusammengehörigkeit von Geist und Materie, sowie von Licht und Finsternis. Die Tinktur ist ein Mittelding zwischen Geist und Materie. Das Leben geht nach Oetinger dem Denken und Sein voran. In allen Dingen ist Lebensgeist (spiritus rector). Der Raum ist die wahre Substanz als Ort der Geister. Der Wille zur Selbstoffenbarung ist der erste Trieb der Seele. Dieser Wille geht dem Verstand voran.
Nikolaj Platonowitsch Ogarjow (1813 - 1877)Nikolaj Platonowitsch Ogarjow ist ein Vertreter der revolutionären russischen Demokraten. Seine Position, von Feuerbach beeinflußt, trägt radikal atheistischen Charakter.
Charles Kay Ogden (1889 - 1957)Der amerikanische Sprachforscher Charles Kay Ogden ist vor allem als Schöpfer des Ogdenschen Dreiecks bekannt geworden.
Okkelo von LukanienIamblichos erwähnt Okkelo in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen. Bei Iamblichos ist sie die Schwester der Ekkelo und der Lukaner Brüder Okkelos und Okkilos. Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267) Oft wird angenommen, daß es bei den vier Namen um nur eine historische Person geht. Bei anderer Lesart des griechischen Textes wären Okkelos und Ekkelos die Brüder der Byndakis. Dann würde der Katalog allerdings nicht wie angegeben 17 Frauen aufzählen. Stobaios exzerpierte von Okkelos ein kürzeres Fragment aus der Schrift Über das Gesetz.
Suchlan Saba Orbeliani (1658 - 1725)Der georgische Politiker und Philosoph Suchlan Saba Orbeliani behandelt in seinem Vollständigen Wörterbuch des Georgischen u. a. Fragen der Logik, z. B. die Lehre des Porphyrios über Gattung, Art und den artbildenden Unterschied, über spezifische und zufällige Merkmale, über logsiche Operationen bei Einteilung und Definition eines Begriffes und über die Kategorien des Aristoteles. Orbeliani definiert das Urteil als etwas, das entweder eine Bejahung oder eine Verneinung enthält. Er legt auch die Grundlagen der Syllogistik dar.
Origenes (ca. 185 - ca. 254 u. Z.)Der griechische Kirchenvater Origenes ist Schüler des Clemens von Alexandria und wahrscheinlich des Ammonios Sakkas. Er leitete von 202 bis 231 die christliche Schule in Alexandria, danach in Caesarea. Nachdem er Ägypten wegen eines Konflikts mit der Kirchenleitung verlassen mußte, entwickelte er ein christliches System, in dem er das Christentum und die neuplatonische Emanationslehre zu vereinbaren suchte.
José Ortega y Gasset (1883 - 1955)Der spanische Politiker, Essayist, Philosoph und Soziologe José Ortega y Gasset studierte in Madrid. Er promovierte dort 1904. Nach Studienaufenthalten an den Universitäten Berlin, Leipzig und Marburg, war er ab 1910 Professor für Metaphysik in Madrid. Er ging bei Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs ins Exil und kehrte erst 1948 nach Madrid zurück. In seiner Philosophie ist Ortega y Gasset von Hegel, Nietzsche, Dilthey, Scheler und Heidegger beeinflußt. Ortega y Gasset vertritt einen elitären Existentialismus. Es liegt -s o der Philosoph - an jedem einzelnen Menschen, sich seine Moral und sein Weltverständnis selber zu schaffen. Wissenschaft, Logik und Philosophie sind nur ersonnen, um dem Leben einen Sinn zu geben. Als zugleich historische Vernunft besitzt die lebendige Vernunft keine absolute Wahrheit. Sie verfällt auch nicht dem Relativismus. Die lebendige Vernunft versucht die Forderungen der eigenen Gegenwart in der Anerkennung der Eigenartigkeit einer jeden Epoche und ihre jeweilige Aufgabe zu erkennen. Sie will im scheinbar Sinnlosen den Sinn erblicken, dessen volle Verwirklichung dem Menschen als einem utopischen Wesen jedoch unmöglich ist. Falsch ist diejenige Perspektive, die sich für die einzig mögliche hält. Auch die großen philosophischen Systeme sind keine allgemeingültigen Weltbilder. Sie charakterisieren nur den individuellen Horizont ihrer Schöpfer. Könnte man all diese Einzelperspektiven gleichzeitig auffassen, würde man in ihrer unendlichen Vielfalt die absolute Wahrheit besitzten, wie sie Gott besitzt. Ortega y Gasset kritisiert die moderne Massenkultur und meint, daß eine intellektuelle Elite die geistlosen Massen führen müsse.
Ostap Ortwin (1873 - 1942)Ostap Ortwin ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Maria Ossowska (1896 - 1974)Maria Ossowska ist eine Vertreterin der Lwow-Warschau-Schule
Stanislaw Ossowski (1897 - 1963)Stanislaw Ossowski ist ein Vertreter der Lwow-Warschau-Schule.
Wilhelm Friedrich Ostwald (1853 - 1932)Wilhelm Ostwald, geboren in Riga, war ab 1887 Professor der physikalischen Chemie in Leipzig. Ostwald ist der Begründer des Energetismus, durch den er den wissenschaftlichen Materialismus überwinden will. Unter dem wissenschaftlichem Materialismus versteht er die Annahme, daß es hinter den energetischen Vorgängen und Zuständen einen besonderen Träger, die Materie, gibt und daß sich alle physikalischen Vorgänge auf mechanische, auf das Spiel von Atomen zurückführen lassen. Nach Ostwald hat die Wissenschaft in rein empirisch-positiver Weise die Tatsachen zu beschreiben. Sie darf keine Hypothesen einfüren, welche über alle Erfahrungsmöglichkeit hinausgehen. Zugelassen sind jedoch vorläufige Annahmen (Protothesen) und Interpolationen (Ausfüllen von Erfahrungslücken). Anschauliche Hypothesen und physikalische Bilder sind nicht zu verwenden. Daher ist der Atombegriff abzulehnen. Die Energie ist das Gemeinsame aller Phänomene. Sie ist die wahre Substanz der Dinge und bedarf keines Trägers, da sie selbst das Wirkliche ist. Alles, was wir von der Außenwelt wissen, können wir in der Gestalt von Aussagen über vorhandene Energien darstellen. Auch das Leben ist energetisch aufzufassen. In der Erkenntnistheorie ist Ostwald Positivist, evolutionistischer Empirist und Relativist. Alles Denken muß sich auf Erfahrung stützen. Es muß an der Erfahrung geprüft werden und so lange berichtigt werden, bis es mit der Erfahrung übereinstimmt. Raum, Zeit und Kausalität sind ererbte Vorstellungen.
Robert Owen (1771 - 1858)Robert Owen, Fabrikant, gründete in New-Lanark eine Arbeiterkolonie mit Selbstverwaltung auf kommunistischer Produktions- und Erwerbsgrundlage. Während dieser Versuch erfolgreich war, mißlangen die von Owen in Amerika gemachten sozialistischen Versuche. Owen betrachtet den Menschen als Produkt seiner ererbten Organisation und der Umwelt und verlangt eine natürliche Gesellschaftsordnung mit gemeinsamer Produktion und Güterverteilung. |