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Philosophenlexikon E von http://www.philosophenlexikon.de

Alle Links zu http://www.phillex.de und http://www.philosophenlexikon.de funktionieren, allerdings habe ich sie nicht auf ihre jetzige Aktualität überprüft.

Hermann Ebbinghaus (1850 - 1908)

Hermann Ebbinghaus war Professor in Halle und später auch in Breslau.

Er nimmt in der Psychologie einen vermittelnden Standpunkt ein. Ohne Anhänger des psychologischen Atomismus zu sein, hält er die Zerlegung des Bewußtseins in Elemente für notwendig.

Es gibt keine einfachen Willensakte, sondern nur Kombinationen von Empfindung bzw. Vorstellung und Gefühl.

Für das Gedächtnis gilt folgendes Gesetz: Die Quotienten aus Behaltenem und Vergessenem verhalten sich etwa umgekehrt wie die Logarithmen der verstrichenen Zeit.

Es besteht ein psychophysischer Parallelismus, keine Wechselwirkung zwischen Seele und Leib.

 

Echekrateia von Phlius

Iamblichos erwähnt Echekrateia in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

 

Johannes Eckhart (um 1260 - 1327)

Der Dominikaner Johannes Eckhart wurde Dominikaner und studierte in Köln und Paris. Er lehrte in Paris und in verschiedenen Städten Deutschlands. 1307 wurde er Generalvikar. Eckhart wurde wegen seiner Lehren von der Kirche verfolgt.

Eckhart ist der bedeutendste christliche Mystiker. Er wurde u. a. vom Neuplatonismus, von Augustinus, Dionysius Areopagita und der Scholastik beeinflußt.

Das Höchste ist ihm die Vereinigung der Seele mit Gott. Unser Erkennen Gottes ist Selbsterkenntnis Gottes in uns, welche erfolgt, wenn wir uns von aller Vielheit und Körperlichkeit abscheiden, um in der Schauung Gottes zu ruhen.

 

Johann Christian Edelmann (1698 - 1767)

Johann Christian Edelmann ist als Vertreter des Deismus und insbesondere als Vertreter einer Vernunftreligion bekannt.

 

Christian Freiherr von Ehrenfels (1859 - 1932)

Christian von Ehrenfels ist ein Schüler begründete die Gestalpsychologie und wird selbst der Grazer Schule zugerechnet.

Christian von Ehrenfels studierte zunächst in Wien, u. a. bei Brentano und Meinong, wechselte er nach Meinongs Berufung nach Graz im Spätherbst 1882 nach Graz und promovierte 1885 an der Grazer Universität.

Der Begriff der Gestalt bzw. der Gestaltqualität wurde von Ehrenfels (1890) zuerst formuliert und am Beispiel einer Verlaufsgestalt, der Melodie, demonstriert.

Eine solche Gestalt kann nach Ehrenfels nicht als Summe der sie konstituierenden Töne interpretiert werden, da sie transportierbar sei, wobei die Qualität des Ganzen erhalten bleibe.

Diese beiden Merkmale - Übersummativität und Transponierbarkeit - seien konstituierend für alle echten Gestalten (Ehrenfelskriterien).

 

Albert Einstein (1879 - 1955)

Der deutsche Physiker Albert Einstein, der mit Gedankenexperimenten und mathematischen Formeln die Betrachtung von Raum und Zeit revolutioniert hat. Seine spezielle (1905) und allgemeine (1915) Relativitätstheorie berücksichtigten die Rolle des Beobachters bei der Betrachtung der Physik.

 

Ekkelo von Lukanien

Iamblichos erwähnt Ekkelo in seiner Aufzählung der 17 Pythagoreerinnen. Bei Iamblichos ist sie die Schwester der Okkelo und der Lukaner Brüder Okkelos und Okkilos.

Die Textstelle mit der Aufzählung lautet: " bedeutendsten Pythagoreerinnen: Timycha, die Frau des Myllias von Kroton, Philtys, die Tochter des Theophris von Kroton, Schwester des Byndakos, Okkelo und Ekkelo, die Schwestern der Lukaner Okkelos und Okkilos, Cheilonis, die Tochter des Lakedaimoniers Cheilon, die Lakonerin Kratesikleia, die Frau des Lakedaimoniers Kleanor, Theano, die Frau des Metapontiers Brotinos, Myia, die Frau des Milon von Kroton, Lasthenia aus Arkadien, Habroteleia, die Tochter des Habroteles von Tarent, Echekrateia von Phlius, Tyrsenis aus Sybaris, Peisirrhode aus Tarent, Theadusa aus Lakedaimon, Boio aus Argos, Babelyka aus Argos, Kleaichma, die Schwester des Lakedaimoniers Autocharidas. Insgesamt: 17." (Iamblichos: Pythagoras, 1963, 267)

Oft wird angenommen, daß es sich bei Ekkelo um den Namen eines Mannes handelt oder bei den vier Namen um nur eine historische Person geht.

Bei anderer Lesart des griechischen Textes wären Okkelos und Ekkelos die Brüder der Byndakis. Dann würde der Katalog allerdings nicht wie angegeben 17 Frauen aufzählen.

Stobaios überliefert ein Fragment aus der Schrift Über Gerechtigkeit, die vom Pythagoreer Ekkelos verfaßt worden sein soll, und nach der pythagoreischen Lehrart von der Harmonie der Seele und der Tugend der Gerechtigkeit handelt. Dieses Fragment stammt vermutlich nicht von einer Frau.

 

Elisabeth von Böhmen, Elisabeth von der Pfalz (1618 - 1680)

Elisabeth von Böhmen wurde am 27. November 1618 geboren. Ihr Vater, der Kurfürst von der Pfalz, Friedrich V., wurde einige Monate nach ihrer Geburt 1618 in Heidelberg zum König von Böhmen gekrönt.

Schon im Winter 1620 verlor er seine Krone und mußte mit seiner Familie in die Niederlande fliehen.

1643 lernte Elisabeth von der Pfalz René Descartes kennen, dessen Werke sie bereits früher mit großem Eifer studierte. Von diesem Zeitpunkt an begann ein intensiver Briefwechsel zwischen den beiden, so daß die Prinzessin nicht nur zu einer der treuesten Schülerinnen von Descartes, sondern auch seine vertrauteste Freundin wurde.

Sie wird daher wie auch Marie Dupré, Anne de Lavigne und Louise-Anastasia Serment zu den Cartesienne gerechnet.

Ihre Zweifel und Fragen zur cartesianischen Philosophie motivierten Descartes, einige Aspekte seines Systems zu ergänzen und zu erklären. Dies führte dazu, daß er die Abhandlung über die Leidenschaften der Seele (1649) schrieb, in denen er dei Leib-Seele-Problematik präziser diskutiert.

Von großem Interesse ist auch ihre Diskussion über die Grundlagen der Moral und die darauf folgenden Folgen, die ab 1645 in ihren Briefen stattfand.

1646 mußte sie die Niederlande verlassen und gind nach Deutschland, zu ihrer Tante der Kurfürstin von Brandenburg. Später zog sie nach Herford in Westfalen in ein lutherisches Kloster, in dem sie 1667 Äbtissin wurde und bis 1680 blieb.

 

Theodor Elsenhans (geb. 1868)

Theodor Elsenhans war Professor an der Technischen Hochschule in Dresden.

Wahrheitskriterium ist das Evidenzgefähl, das sich mit dem Vernunftglauben verbindet.

Die Psychologie ist eine Vorarbeit zur Erkenntnistheorie. Die Erkenntnistheorie richtet ihr Augenmerk auf die Beziehung von Subjekt und Objekt.

Die Ethik ist nach Elsenhans die Wissenschaft vom sittlichen Bewußtsein. Es gibt ein absolutes Sittengesetz, dessen Äußerungen der Entwicklung unterliegen.

 

Empedokles von Akragas (ca. 495 - 435 v. u. Z.)

Der griechische Politiker, Arzt und Philosoph Empedokles, selber aus der Aristokratie stammend, lehnte die ihm angetragene Königswürde ab und wurde zum Führer der Demokratie in Akragas.

Als Arzt vertrat er den Grundsatz, daß man nur heilen kann, wenn man die Natur des Menschen und die den Menschen umgebende Natur erkennt. Sein Ruhm gründet sich auf die erfolgreiche Bekämpfung der Malaria. Er ließ - wie uns berichtet wird - den Sumpf bei Seiinunt entwässern und beseitigte damit die Brutstätten dieser Krankheit. Er ließ des weiteren Berge abtragen bzw. Schluchten in sie schlagen, damit günstige Winde das Klima seiner Heimatstadt beeinflussen konnten.

Sein Tod ist unklar. Man fand, so berichtet eine Legende, am Krater des Ätna eine seiner Sandalen und schloß daraus, daß er sich freiwillig dem Feuer überantwortet habe. Andere dagegen berichten, daß er - trotz allen Ruhmes - aus seiner Heimatstadt vertrieben und in der Verbannung gestorben sei.

Es sind Framgente von Empedokles' Schriften Über die Natur und Reinigungen überliefert.

Die Schrift Über die Natur enthält seine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Empedokles vertrat die Auffassung, wonach Feuer, Luft, Erde und Wasser Ursprung aller Dinge sind:

"Höre zuerst von den vier Grundwurzeln aller Dinge: Zeus, der Schimmernde, Hera, die Leben erleihende, und Hades und Nestis, die aus ihren Tränen sterblichen Quell entspringen läßt." [11 fr. 6].

Der mythische Charakter der Ausführungen des Empedokles ergibt sich aus der Gattung dieses Werkes, ein Gedicht, und daher mit poetischer, allegorische Ausdrucksweise.

Zeus bezeichnet das Feuer, Hera die Luft, Hades die Erde und Nestis - die sizilianische Göttin des Feuchten - das Wasser.

Aristoteles bemerkt:

Empedokles sprach über "vier Elemente, indem er zu den genannten die Erde als viertes hinzufügte: diese Elemente sollen immer erhalten bleiben und niemals entstehen - sie sollen sich nur hinsichtlich ihrer Menge (oder Wenigkeit) ändern, indem sie sich zu einem verflechten und aus dem Einen wieder entflechten" [Aristoteles: Metaphysik A 3. 984a 9 - 11].

Empedokles kann also Ewigkeit und Unveränderlichkeit des wahren Sein annehmen als auch Entstehen und Vergehen erklären.

Empedokles hat das Wirken der Natur in Analogie zum künstlerischen Produktionsprozeß beschrieben:

"Wie wenn Maler bunte Gemälde als Weihgeschenke verfertigen, Männer, die in ihrer Kunst dank ihrer Klugheit wohlbewandert sind - wenn diese die vielfarbigen Gifte in ihren Händen genommen und harmonisch gemischt haben, indem sie vom einen mehr, vom andern weniger nehmen, dann lassen sie daraus Gestalten entstehen, die allem möglichen gleichen: bald entwerfen sie Bäume, bald Männer und Weiber, bald wilde Tiere und Vögel und Fische des Wassers, bald auch lang lebende Götter, die hoch geehrt sind - so ist auch die Quelle der irdischen Dinge, so viele uns in ihrer unendlichen Fülle bekanntgeworden sind, nirgendwo anders als in ihnen (den Elementen) zu suchen." [13 fr. 23]

Es scheinen drei Bedingungen zu sein, die die Mischung ermöglichen:

1. Die Elemente bestehen aus kleinsten Teilchen, denen die Eigenschaft des jeweiligen Elements zukommt.

Galenus aus Pergamon schreibt: "Empedokles meinte, daß aus den vier unveränderlichen Elementen die Natur der zusammengesetzten Stoffe hervorgehe, indem die ersten (d. h. die Urteilchen) so miteinander vermischt wären, wie wenn jemand Rost und Kupfererz und Zinkerz und Vitriolerz ganz fein zerriebe und zu Pullover achte und miteinander mischte, so daß er nichts von ihnen ohne einen Teil eines anderen in die Hand nehmen kann." [Galen zu Hippokrates' Schrift Von der Natur des Menschen XV 32].

Aristoteles schreibt: "(Die Mischung der Elemente nach Empedokles) muß eine Vereinigung sein wie eine Mauer, die aus Ziegelsteinen zusammengefügt ist. Und diese Mischung wird aus Elementen bestehen, die als solche unverändert bleiben, aber in kleinen Teilen nebeneinandergefügt sind. Und ebenso ist es mit der Substanz des Fleisches und jedem andern Stoff." [Aristoteles: Vom Entstehen und Vergehen II 7. 334a 26ff.].

2. Die Mischung der aus Feuer-, Luft-, Erd-, und Wasserteilchen bestehenden Dinge wird möglich, weil diese Poren besitzen, durch die Ausflüsse anderer Dinge eindringen können. Absolute Leere wird verworfen.

Alexandros von Aphrodisias schreibt: "Warum der Herakleische Stein (der Magnet) das Eisen anzieht: Empedokles behauptet, daß auf Grund der Ausflüsse, die von beiden Seiten stattfinden, und auf Grund der Poren des Magneten, die den Ausflüssen des Eisens symmetrisch sind, sich das Eisen auf den Magneten zu bewege. Denn dessen Ausflüsse stoßen die Luft, die auf den (Ausgängen der) Poren des Eisens lagert, fort und setzen die die Poren verstopfende Luft in Bewegung.

Wenn diese verdrängt sei, dann folge das Eisen seinem Ausfluß, der (nun) in seiner Gesamtheit auf einmal erfolge. Denn wenn sich die Ausflüsse des Eisens auf die Poren des Magneten zu in Bewegung setzten, folge - weil sie (die Ausflüsse) diesen symmetrisch wären und in sie hineinpaßten, auch das Eisen (selber) mitsamt seinen Ausflüssen und gerate so in Bewegung." [Alexander von Aphrodisias: Physikalische Fragen II 23 S. 72].

Passen Ausflüsse und Poren nicht zueinander, findet keine Mischung statt, wie etwa bei Öl und Wasser.

Hervorzuheben ist, daß Empedokles die Mischung aufgrund der Symmetrie der Poren erfolgen läßt.

Auf die Symmetrie von Ausflüssen und Poren, durch die alle Dinge charakterisiert sind, stützt Empedokles seine Erkenntnislehre. Aus ihr leitet er den Grundsatz ab, daß Gleiches nur von Gleichen erkannt werden kann.

3. Zwei entgegengesetzte Kräfte bewirken die Mischung bzw. die Trennung des Gemischten: Liebe und Haß.

Liebe, die Kraft der Aphrodite bewirkt das Einswerden, die Harmonie. Der Streit bewirkt das Viele, letztlich das Chaos. Der Streit ist der Vater aller einzelnen Dinge. Liebe und Haß vollziehen den Kreislauf der Elemente:

"Zweierlei will ich dir sagen: denn bald wächst ein einziges Sein aus Mehrerem zusammen, bald wird es wieder Mehreres aus Einem. Zwiefach der sterblichen Dinge Entstehung, zwiefach auch ihr Dahinschwinden. Denn die Vereinigung aller Dinge erzeugt und zerstört die eine; die andere aber, kaum herangewachsen, fliegt davon, wenn sie (die Elemente) sich wieder scheiden. Und dieser fortwährende Wechsel hört niemals auf: bald kommt alles durch die Liebe in Eins zusammen, bald wieder scheiden sich alle Dinge voneinander durch den Haß des Streites - sofern nun auf diese Weise Eins aus Mehrerem zu werden pflegt und wieder aus der Spaltung des Einen Mehreres hervorgeht, insofern entstehen die Dinge und haben kein ewiges Leben; insofern aber ihr ständiger Wechsel niemals aufhört, insofern sind sie ewig unerschüttert im Kreislauf." [18 fr. 17]. Die Rolle des Feuers unter den Elementen, die gegensätzlichen Kräfte, der Streit als Vater der Dinge, der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen erinnern stark an Heraklitsches Denken. Während aber bei Heraklit das ewige Werden Prinzip des Seins ist, reduziert Empedokles dieses Werden auf die einzelnen getrennten Dinge. Die Elemente selber bleiben unveränderlich. Während bei Heraklit die Gegensätze ständig, gleichzeitig das Werden bewirken, läßt Empedokles die gegensätzlichen Kräfte in gewisser Weise nacheinander wirken.

Den Ausgangspunkt des Weltprozesses beschreibt Empedokles im eher Parmenidischen als Heraklitischen Sinne: "So liegt in dem festen Verlies der Harmonie der kugelförmigen Sphairos gebannt, der sich ringsum herrschenden Einsamkeit freut." [50 fr. 27].

"Kein Zwist und kein ungebührlicher Streit herrscht in seinen Gliedern." [51 fr. 27a]. Dies ist der Zustand der absoluten Mischung und der absoluten Herrschaft der Liebe. Dieser Zustand wird durch den Haß aufgelöst.

Der Haß löst das Eine, die Harmonie auf. Das Resultat des Hasses ist das Chaos, der Zustand der absoluten Trennung, der absoluten Macht des Hasses. Die Liebe beginnt wieder ihren Vormarsch. Zwischen den beiden Polen der absoluten Macht der Liebe und der absoluten Macht des Hasses, vollzieht sich der Weltprozeß, entstehen und vergehen die Welten, bildet sich und zerfällt der Kosmos, werden und verschwinden die Dinge. Die Bildung des Kosmos beginnt bei Empedokles dadurch, daß sich aus dem Sphairos zunächst die Luft absondert und sich kuppelförmig ausdehnt, danach das Feuer, das unter der Kuppel seinen Platz einnimmt, schließlich die Erde und das Wasser, und aus der Mischung der vier Elemente bilden sich alle Dinge.

Aus der Mischung der Elemente gingen auch die organischen Wesen hervor. Anaximandros war der erste, der das Leben aus dem Wasser und die Menschen aus den Fischen hervorgehen ließ. Bei Empedokles gehen die organischen Wesen - wie alle Dinge - aus der Mischung der Elemente hervor: "Zuerst kamen noch ganz rohe Erdklumpen hervor, die von beidem, vom Wasser und Feuer, den rechten Anteil bekommen hatten. Sie trieb das Feuer empor, das zum Gleichen gelangen wollte. Sie zeigten noch nicht die liebliche Gestalt von Gliedern noch Stimme oder Schamglied, wie es den Menschen eigen ist." [90 fr. 62].

"Ihr (der Erde) entsprossen viele Köpfe ohne Hälse, Arme irrten für sich allein umher, ohne Schultern, und Augen schweiften allein herum, der Stirnen entbehrend." [94 fr. 57].

"Da wuchsen viele Geschöpfe heran mit Doppelantlitz und doppelter Brust, mit dem Rumpf eines Rindes, aber dem Antlitz eines Menschen, und umgekehrt kamen andere zum Vorschein, Menschenleiber mit Kuhhäuptern, Mischwesen, die teils Männer-, teils Frauengestalt hatten und mit beschatteten Schamgliedern ausgestattet waren." [97 fr. 61].

Da nun aber Gleiches zum Gleichen strebe, Harmonie wolle, fanden die Arme ihre entsprechenden Schultern, die Augen ihre entsprechenden Stirnen. Aphrodite stellte "mit den Nägeln der Liebe" die Vereinigung her.

Wie Empedokles die Enstehung des Organischen auf natürliche Weise zu erklären versuchte, so interpretierte er die Seele, das heißt die Fähigkeit, wahrzunehmen und zu denken. Diese Fähigkeit liege im Blut: "In den Fluten des Blutes, das entgegenspringt, ist (die Denkkraft) ernährt, wo gerade das Denken nach Meinung der Menschen seinen Sitz hat. Denn das das Herz umströmende Blut ist dem Menschen die Denkkraft." [148 fr. 105].

"Denn aus ihnen (den Elementen) ist alles passend zusammengefügt, und durch sie denken, freuen und grämen sie sich." [152 fr. 107].

Sinneswahrnehmung entsteht durch Berührung des Gleichen durch das Gleiche: "Denn mit der Erde (in uns) sehen wir die Erde, mit dem Wasser das Wasser, mit der Luft die göttliche Luft, aber mit dem Feuer das vernichtende Feuer, mit der Liebe die Liebe, den Streit mit dem traurigen Streite." [158 fr. 109].

Trotz Kenntnis der Grenzen des menschlichen Wahrnehmens und Denkens, vertritt Empedokles einen Erkenntnisoptimismus: "Doch wohlan, betrachtete scharf mit jedem Sinne, wie ein jedes Ding offenbar ist; und glaube den Augen nicht mehr als den Ohren; schätze auch nicht das brausende Gehör höher als die Wahrnehmungen des Gaumens und setze nicht die Glaubwürdigkeit der anderen Sinne zurück, soweit es einen Pfad der Erkenntnis gibt, sondern suche jedes einzelne Ding zu erkennen, soweit es offenbar ist." [161 fr. 4, 9ff].

 

Gertrud Simmel (1864 - 1938)

Gertrud Simmel wurde 1864 geboren, katholisch getauft und protestantisch erzogen.

Ihre philosophischen Arbeiten erschienen unter dem Pseudonym Marie Luise Enckendorff.

Die deutsche Philosophin genoß eine Ausbildung zur Lehrerin und verbrachte außerdem einige Zeit mit ihrer Freundin Sabine Graef als Zeichenstudentin in Paris.

1890 heiratete sie Georg Simmel. Ein Jahr später wurde der Sohn Hans geboren.

Sie hörte die Vorlesungen ihres Mannes und las seine Schriften.

Interessiert verfolgte sie die aktuelle philosophische Diskussion und war unter anderem von Spenglers Untergang des Abendlandes sehr beeindruckt.

1906 veröffentlichte sie ihr erstes Buch Vom Sein und Haben der Seele.

1910 beschäftigte sie sich in dem Abhandlung Realität und Gesetzlichkeit im Geschlechtsleben mit dem Verhältnis von Mann und Frau in der Ehe.

Die Zeit des Ersten Weltkrieges verbrachte das Ehepaar Simmel in Strßburg, wo Georg Simmel eine Professur erhalten hatte. 1918 starb Georg Simmel und Gertrud Simmel mußte kurze Zeit später aus Strßburg flüchten.

Nach Aufenthalten in Heidelberg und Berlin kam sie mit ihrem Sohn nach Jena.

1919 veröffentlichte sie das Buch Über das Religiöse und 1927 das Werk Kindschaft zur Welt. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, lebte die Familie in Gera. Gertrud Simmel war von Anfang an gegen die Nazis eingestellt. Da ihre Schwiegertochter Jüdin war, wurde Gertrud Simmel kurz inhaftiert. Die Simmels siedelten anschließend nach Stuttgart über.

Immer Sommer 1938 starb Gertrud Simmel. Ihre Familie konnte sich, nach einer erneuten Inhaftierung von Hans in einem Konzentrationslager, über England in die USA retten.

 

Johann Jakob Engel (1711 - 1802)

Johann Jakob Engel, in Parchim geboren, ist ein Vertreter der Popularphilosophie. Er wirkte als Lehrer in Berlin und war Oberdirektor des Theaters.

 

Friedrich Engels (1820 - 1895)

Der deutsche Politiker, Philosoph und Militärhistoriker Friedrich Engels war während seiner Militärzeit 1841 Hörer an der Berliner Universität und näherte sich dem Kreis der Junghegelianer. 1842 veröffentlichte er die Schelling-Kritik Schelling und die Offenbarung.

1878 erschien sein Anti-Dühring, u. a. ein Verriß der Philosophie von Dühring.

Entgegen eigenem Bekunden hat seine Philsophie stark positivistische Züge.

 

Epiktetos (ca. 50 - 130)

Der griechische Philosoph Epiktetos (auch Epiktet) lebte zuerst als Sklave, spät als Freigelassener in Rom. Er wurde 89 von Domitianus mit allen Philosophen aus Rom ausgewiesen.

Epiktetos war einer der bedeutendsten Vertreter der späten stoischen Philosophie. Er reduzierte Philosophie fast ausschließlich auf Ethik. Er hielt den bloßen Glauben an eine von der göttlichen Vernunft zweckmäßig eingerichtete Welt zur Begründung sittlichen Handelns für ausreichend.

Aufgabe des Menschen sei es, seinen Willen so zu gebrauchen, daß eine völlige Einordnung in den Weltlauf erreicht wird.

Glückseligkeit ist die Freiheit von allen Begierden. Epiktetos lehnte den Staat und die Ehe ab und propagierte die absolute Gleichheit aller Menschen.

Epiktetos' Schüler Arrianos überlieferte die Lehre des Epiktetos in den Unterredungen. Ein Auszug daraus, das sog. Handbüchlein der Moral (Entcheiridion), erlangte als Trostbuch in der Spätantike große Verbreitung.

 

Epikuros von Samos (341 - 270 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph Epikuros (auch Epikur) ist Schüler des Demokritanhängers Nausiphanes. Er gilt als Fortsetzer der leukippischen-demokritischen Atomistik. 310 begründete in Mytilene auf Lesbos eine Philosophenschule, die er 306 nach Athen verlegte, wo sie der Garten (griech. Kepos) genannt wurde, und der er bis zu seinem Tode vorstand.

Von Epikur sind drei Lehrbriefe und die Kyriai doxai (Hauptlehrsätze) im 10. Buch des Diogenes Laërtios sowie Reste des Hauptwerkes Über die Natur (auf Papyrus), daneben zahlreiche Fragmente aus anderen Werken erhalten.

Epikur's Lehre gliedert sich in Kanonik, Physik und Ethik.

Die Kanonik (Logik) trägt diesen Namen, weil sie den Maßstab dafür gibt, was wahr und falsch, zu erstreben und zu vermeiden ist. Die Sinneswahrnehmungen sind ihm sämtlich wahr. Es gibt keine angeborenen Ideen. Quelle des Wissens sind die Empfindungen, die unter der Einwirkung des pausenlosen Stromes feiner Atomschichten entstehen, kleinster Teilchen, der Idole, die von den Dingen der realen Welt ausgehen. Empfindungen können nicht trügen. Ein Fehler ist nur in mittelbaren Schlüssen möglich, die auf der Grundlage der in der Empfindung gewonnenen Angaben entstehen.

Täuschungen sind auch dann möglich, wenn Atome, die sich von den Dingen getrennt haben, auf ihrem Wege zu den Sinnesorganen unter irgendeiner Einwirkung ihren ursprünglichen Bau verändern, sich gleichsam untereinander verirren.

Wenn man sich aber erneut den Hinweisen der Empfindung zuwendet, kann man sich von der Wahrheit oder Falschheit des mittelbaren Schlusses überzeugen. Die Annahme über die Festigkeit eines Dinges kann man z. B. durch eine zweite Prüfung auf Biegen, Brechen und Pressen bestätigen.

Wenn auch das nicht genügt, muß man den Schlußsatz eines mittelbaren Schlusses den natürlichen Gattungsbegriffen gegenüberstellen (Proplepsis), die sich auf natürlichem Wege bei allen Menschen aufgrund der Verallgemeinerung ähnlicher Einzelwahrnehmungen von äßeren Gegenständen bilden.

Diese Begriffe sind immer und bei allen Menschen wahr und können daher als Wahrheitskriterium für einen mittelbaren Schluß dienen.

Der Satz vom Widerspruch wurde von ihm als Gesetz verstanden, das verbietet, einem Faktor der Sinneserfahrung zu widersprechen.

Als Nominalist akzeptierte Epikur nur die Existenz von Einzeldingen und negierte die Existenz des Allgemeinen in den Dingen. Daher richtet er in seiner Lehre von den mittelbaren Schlüssen seine Hauptaufmerksamkeit nicht auf den kategorischen Syllogismus, wie dies bei Aristoteles der Fall ist, sondern auf Induktion und Analogie.

Ob die aus Sinneswahrnehmungen abgeleiteten Meinungen wahr sind, entscheidet auf theoretischem Gebiet die Wahrnehmung, auf praktischen das Gefühl der Lust bzw. Unlust. Seine Ethik ist damit eine Variante des Hedonismus.

Auf Epikur's Naturlehre (Physik), die sich an die Demokrits anlehnt, ist auf die Gestaltung des praktischen Lebens gerichtet. Sie soll den Menschen von Aberglauben, Religion und Todesfurcht befreien. Daraus erklärt sich auch die Veränderung seiner Atomtheorie gegenüber der seiner Vorgänger durch die Lehre von der Deklination der Atome (d. h. ihrer willkürlicher Abweichung vom senkrechten Fall).

Diese Annahme ist bei Epikur nicht nur erforderlich, um das zur Weiterbildung notwendige Aufeinanderprallen der Atome während ihres Falles im leeren Raum zu erklären, sondern auch um der dem menschlichen Individuum eigenen Willensfreiheit eine naturphilosophische Begründung zu geben (Ethik).

Auch die Seelenatome besitzen diese indeterministische Freiheit, und von ihnen hängt unser Handeln ab, das keinem Zwang unterworfen ist.

Das Ziel des menschlichen Lebens ist die Lust, gemeint ist jedoch nicht so sehr sinnliche Lust als vielmehr die Beseitigung swa körperlichen Schmerzes, der Ruhelosigkeit der Seele, der Todesangst und der Fesseln des Zwangs.

Erstrebt werden Ruhe, Ausgeglichenheit, Seelenfrieden, die Meeresstille des Gemüts, also viel höher zu bewertende geistige Lust.

Epikurs Ethik wird dem Eudämonismus zugerechnet.

Das Leben im Verborgenen (Epikur hatte den Leitspruch: Lathe biosas = Lebe verborgen), im engen Freundeskreis, die Nichtbeteiligung am staatlichen Leben sind Konsequenzen dieser Lehre und zugleich Widerspiegelungen der Zeit, deren politische Unsicherheit Staaten und Individuen gefährdete.

Epikur's Ethik ist daher individualistisch und kontemplativ. Um der geistig-seelischen Lust willen soll man auch tugendhaft sein; um tugendhaft zu sein, muß man wiederum weise sein.

Den üblichen Glauben an Gott lehnte Epikur ab. Die Götter sind glückliche Wesen, die in den Intermundien (Zwischenwelten) leben und sich nicht um den Weltenlauf kümmern.

Von seinen zahlreichen Freunden und Schülern, mit denen er ohne äßeren Reichtum zusammenlebte, und von späteren Verehrern wurde er hoch geachtet.

In seiner Schule nahmen auch Frauen und Sklaven am Unterricht teil.

 

Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466 - 1536)

Der holländische Philologe und Philosoph Desiderius Erasmus (eigentlich Gerhard Gerhards) ist die führende Gestalten des europäischen Humanismus.

Erasmus von Rotterdm hat unter Anwendung philologisch-kritischer Methoden u. a. Das Neue Testament und klassische Texte herausgegeben.

Er wollte Humanismus und Christentum verbinden, indem er das Christentum als ethisch-religiöses Ideal auffaßt.

Erasmus von Rotterdsam war Freund von Thomas Morus und stand mit der platonischen Akademie in Florenz in Verbindung.

Er verfocht die religiöse Toleranz.

 

Eratosthenes von Kyrene (ca. 282 - 202 v. u. Z.)

Der griechische Gelehrte war Schüler des Kallimachos und leitete ab 246 die Bibliothek von Alexandreia. Er arbeitete zur Philologie, Grammatik, Literaturgeschichte, Mathematik, Chronologie, Astronomie und Geographie.

Eratosthenes vermaß die Erdkugel und bestimmte den Erdumfang mit 252.000 Stadien. Er begründete theoretisch die Möglichkeit der Weltumseglung und teilte die Erdoberfläche für seine Erdkarte in Vierecke ein. Damit begründete Eratosthenes die mathematische Geographie.

Er vertrat wie Pytheas und Poseidonios die These, daß der Okeanos ein die Kontinente umgebendes Weltmeer ist.

Eratosthenes sprach (anders als Krates von Mallos) Homer die Kompetenz in geographischen Fragen ab und stützte seine Theorie auf Anaximandros, Hekataios und die Begleiter des Zuges von Alexander dem Großen.

Als Mathematiker soll Eratosthenes die Gleichung a : x = x : y = y : b durch Einschiebung gelöst haben. Nach ihm ist auch das Sieb des Eratosthenes benannt, eine Methode, um Primzahlen zu finden.

 

Benno Erdmann (1851 - 1921)

Benno Erdmann arbeitete als Professor in Berlin.

Erkenntnistheorie ist die Wissenschaft, deren Aufgabe es ist, die allen Einzelwissenschaften gemeinsamen Voraussetzungen über die materialen Grundlagen unseres Erkennens zu untersuchen.

Die Logik ist die allgemeine Wissenschaft von den Arten und der Geltung der Urteilsoperationen, d. i. den formalen Voraussetzungen, die allem wissenschaftlichen Denken zugrunde liegen. Die Logik abstrahiert nicht von allem Denkinhalt. Sie ist nicht Psychologie, keine Tatsachenwissenschaft, sondern die allgemeine formale und normative Wissenschaft von den methodischen Voraussetzungen des wissenschaftlichen Denkens. Die Psychologie setzt die Gültigkeit des logischen Verfahrens voraus. Ihr Maßstab ist das Ideal durchgängiger Allgemeingültigkeit oder Wahrheit.

Auf Erdmann geht die Einordnungstheorie zurück.

Die Axiome der Geometrie sind empirischen Ursprungs. Nur sofern die Raumvorstellung durch psychische Vorgänge erzeugt wird, ist sie a priorisch.

Nach Erdmann setzt die Induktion voraus, daß gleiche Ursachen gleiche Wirkungen hervorbringen, und daß gleiche Ursachen gegeben sind. Der Grundsatz der Induktion ist ein Postulat des Vorherwissens, das sich in der Erfahrung bewährt hat.

Unsere Urteile beziehen sich auf ein Transzendentes. Diese wird nur symbolisch, vermittelst der Phänomene erkannt.

Die Außenwelt als Phänomen ist ein besonderer Ausschnitt aus unserem vorstellenden Bewußtsein.

Es besteht zwischen Psychischem und Physischem keine Wechselwirkung, sondern ein Parallelismus. Psychisches und Physisches sind koordinierte Erscheinungsreihen des Seienden.

 

Johann Eduard Erdmann (1805 - 1892)

Der deutsche Philosoph und Philosophiehistoriker Johann Eduard Erdmann wurde 1836 außerordentlicher Professor in Berlin und 1839 ordentlicher Professor in Halle. Erdmann verstand sich selbst als Rechtshegelianer.

Da es für ihn nur innerhalb des Staats Freiheit gibt, wendet er sich in seinen rechtsphilosophischen Schriften gegen die Revolution von 1848.

Erdmanns philosophiegeschichtliche Werke führen Hegels Idee fort, daß die Philosophiegeschichte selbst ein philosophisches Thema sei.

Die philosophischen Systeme sind durch ihr Zeitalter bestimmt. Deshalb müssen sie aufgelöst und durch andere Systeme ersetzt werden. Diese neuen Systeme enthalten die vorhergegangenen, indem sie deren Stärken und Schwächen Rechnung tragen.

 

Johann August Ernesti (1707 - 1781)

Johann August Ernesti ist ein Vertreter der Wolffschen Schule.

 

Eubulides aus Milet (4. Jh. v. u. Z.)

Der griechische Philosoph und Logiker ist ein Vertreter der megarischen Schule.

Eubulides aus Milet formulierte eine ganzen Reihe von Paradoxien wie das Paradoxon vom Haufen, das Sophismus vom Verhüllten und der Sophismus vom Gehörnten, mit deren Hilfe er zu beweisen versuchte, daß Erkenntnis unmöglich ist, weil sie widersprüchlich ist.

Im Sophismus vom Gehörnten und vom Verhüllten unterstellte er einen Fehler, der in der Folgezeit von der Logik analysiert und quaternio terminorum genannt wurde.

Die Paradoxie vom Lügner hat er wie folgt formuliert:

"Wenn ein Lügner sagt, daß er lügt, dann bedeutet das, daß er sowohl lügt als auch die Wahrheit spricht, denn wenn er die Wahrheit sagt, so lügt er, und wenn er lügt, so lügt er nicht, sondern sagt die Wahrheit."

 

Rudolf Eucken (1846 - 1926)

Der deutsche Philosoph Rudolf Eucken wurde 1871 Professor in Basel und 1874 in Jena.

Er ist einer der bekanntesten Vertreter der Lebensphilosophie. Eucken lehnt jede Form des Intellektualismus in der Philosophie ab und befürwortet einen neuen Idealismus, einen schöpferischen Aktivismus.

Durch ihn soll nicht das einzelne Individuum, sondern die gemeinsame schöpferische Lebenskraft aktiviert werden. Aufgabe der Philosophie ist es, die Menschen zu diesem gemeinsamen schöpferischen und geistigen Leben anzuhalten.

 

Eudemos von Rhodos (ca. 300 v. u. Z.)

Der griechische Philosoph und Wissenschaftshistoriker Eudemos ist einer der angesehensten Schüler des Aristoteles.

In seiner sog. Eudemischen Ethik näherte er die aristotelischen Ethik den Gedanken Platons an.

In Zusammenarbeit mit Theophrastos, ebenfalls ein Schüler des Aristoteles, fügte Eudemos der aristotelische Logik eine Reihe von Ergänzungen und Präzisierungen hinzu.

Sie entdeckten fünf Modi der vierten Figur des einfachen kategorischen Syllogismus und versuchten, die aristotelische modale Logik zu vereinfachen.

Von ihnen stammt eine neue Ansicht über die Modalität von Urteilen. Während Aristoteles der Modalität einen objektiven Sinn beimaß, verstanden Theophrastos und Eudemos unter Modalität den Grad der subjektiven Überzeugtheit.

Eudemos versuchte auch die aristotelische mit dem hypothetischen und dem disjunktiven Urteil zu ergänzen.

Eudemos verfaßte auch historische Abrisse der mathematischen und astronomischen Lehren.

 

Eudoros von Alexandria (um 35 v. u. Z.)

Der Philosoph Eudoros von Alexandria ist ein Vertreter des mittleren Platonismus. Er versuchte auf eklektische Art die plantonische ldeenlehre mit pythagoreischer Zahlenmystik zu vereinen.

Eudoros verfaßte einen Aristoteles-Kommentar.

 

Euhemeros aus Messene (ca. 300 v. u. Z.)

Euhemeros lebte am Hofe des makedonischen Königs Kassandros. Von ihm sind nur Fragmente erhalten. Nach Euhemeros sind die mythologischen Gottheiten und Heroen nur vergötterte Menschen, die Großes geleistet haben und dafür verehrt, werden. Euhemeros wird der kyrenaischen Schule zugerechnet.

 

Eukleides von Alexandreia (ca. 365 - 300 v. u. Z.)

Der griechische Mathemaiker Eukleides von Alexandreia (auch Euklid) wirkte am Musaion in Alexandria. In den 13 Büchern seiner Elemente hat Eukleides von Alexandreia das theoretische mathematische Wissen seiner Zeit unter systematischen Gesichtspunkten dargestellt.

Insgesamt hat er in seinen Elementen den mathematischen Lehrstoffen, wie er in der platonischen Schule vorgeschrieben war, zusammengefaßt. Die Elemente waren nicht, wie man nach dem Titel vermuten könnte, für Anfänger bestimmt, sondern für Lernende auf fortgeschrittem Niveau.

Eukleides von Alexandreia hinterließ außer den Elementen auch eine Reihe eigener Forschungsergebnisse, die allerdings z. T. nur dem Thema nach oder in arabischer Übersetzung überliefert sind.

Dazu gehören Über die Zerlegung von Figuren, Porismen, Pseudaria (Trugschlüsse), Dedomena, Optika, Katoptrika, Sectio Canonis und Phainomena. Eine Kegelschnittlehre von ihm ist verlorengegangen, da sie durch die ausführlichere Kegelschnittlehre seines Schülers Apollonios von Perge verdrängt wurde.

 

Eukleides von Megara (ca. 450 - 380 v. u. Z.)

Auf diesen megarischen Philosophen, Schüler des Sokrates, berief sich sowohl die megarische Philosophenschule als auch die dialektische Schule.

Soweit heute bekannt ist, waren Platon und Eukleides von Megara die ersten, die über logische Probleme nachgedacht haben. Eukleides ixt berühmt für seine Rätsel, eines von ihnen ist der das Sorites-Paradox, das Haufen-Argument.

 

Leonhard Euler (1707 - 1783)

Der schweizerische Mathematiker, Physiker und Astronom Leonhard Euler studierte ab 1720 in Basel Philosophie und Theologie und zugleich bei J. Bernoulli Mathematik und Physik.

Euler ging 1727 nach St. Petersburg, wo er ab 1730 Professor für Physik und ab 1733 als nachfolger von D. Bernoulli Professor für Mathematik war.

1741 wurde Euler an die Berliner Akademie der Wissenschaften berufen und wirkte dort ab 1744 als Direktor der mathematischen Klasse. Wegen unfreundlicher Behandlung durch Friedrich II. ging Euler 1760 wieder nach St. Petersburg.

Bereits in frühen Jahren beschäftige sich Euler mit philosophischen Problemen. In seiner (nicht erhaltenen) Magisterarbeit beschäftigt sich Euler mit Unterschieden zwischen der Philosophie von Descartes und Newton.

Euler versuchte über die von der Akademie gestellten Preisfragen den Einfluß der Philosophie von Leibniz und Wolff zurückzudrängen. So wurde in der Preisfragwe des Jahres 1747 die Monadenlehre zur Diskussion gestellt. Euler sorgte dafür, daß der Preis einem Gegner der Monadenlehre zugesprochen wurde.

In seinen Briefen an eine deutsche Prinzessin über verschiedene Gegenstände aus der Physik und Philosophie gibt Euler eine Gesamtdarstellung seiner philosophischen Ansichten. In den Briefen, die u. a. Goethe und Kant sehr schätzten, findet sich auch die Veranschaulichung logischer Relationen, die heute als Eulersche Kreise bezeichnet wird und auf die bereits Leibniz hingewiesen hatte. Die Eulerschen Kreise wurden im 19. Jahrhundert u. a. von Gergonne und Venn weiterentwickelt.

 

Oskar Ewald (geb. 1881)

Oskar Ewald bekämpft den Relativismus, Subjektivismus und Psychologismus. Er ist stark von Fries beeinflußt.

Die Gültigkeit der Kategorien ist von der Erfahrung unabhängig. Nur das Vorhandensein der Kategorien wird durch innere Erfahrung konstatiert.

Die logische, aprioristische Deduktion und die teleologische Methode sind abzulehnen.

Das eigentliche A priori in den Kategorien entspringt aus den Denkgesetzen sowie der Einheit und Identität, die die Denkgesetze beherrscht.

Ewald ist ein Gegner der atomistischen Assoziationspsychologie.

 

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Warum bestellt man diese Skulptur ???

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