| Menu |
La Rotonda

Die "Villa Capra" genannt La Rotonda bei Vicenza
Die Villa Rotonda, die Palladio in seiner Publikation "I Quattro Libri dell´ Architettura" beschrieben hat, war ein Auftrag von Paolo Almerico. Er war ein Mann der Kirche und entstammt nicht einer typischen Großgrundbesitzerfamilie, die auf den Erwerb aus der Landwirtschaft angewiesen waren. Für ihn als einen älteren Mann sollte die Villa vorwiegend der Repräsentation dienen. Die Villa Rotonda wurde um 1608 im Auftrag der Carpas durch Vincenzo Scamozzi vollendet. Im Unterschied zu Almerico waren die Carpas Großgrundbesitzer, deren Einkommen weitgehend aus der Landwirtschaft kam.
Wegeführung und Funktionen damals
Das pianterreno war nicht direkt von außen zugänglich, sondern über den Weg der Freitreppen, durch die sala centrale im piano nobile und dann über die vier Innentreppen. Diese hatten keinen direkten Zugang zu dem zentralen Raum. Nur die, um ihn herum gelagerten Räume, die hauswirtschaftliche Funktionen sowie Räume für die Bediensteten aufnahmen, waren direkt mit ihnen verbunden. Das pianterreno war also nicht für landwirtschaftliche Zwecke ausgelegt. Unumgänglich war daher eine sinnvolle Erschließung des pianterreno. So wurden die breiten Zugangstreppen durch Kellerzugänge geteilt. Zusätzlich wurden die Seitenwände unter den Loggien durchbrochen, um so zusätzliche Eingänge anzubieten. Im zentralen Kellerraum wurden außerdem Zugänge zu den Innentreppen geschaffen. Dadurch konnte das Getreide direkt auf dem Karren bis in den zentralen Kellerraum gefahren werden, um von dort aus über die Innentreppen in den Getreidespeicher im piano attico getragen werden. Das pianterreno beinhaltete die Hauswirtschaftsräume, wie Küche und Keller sowie Lager- und Durchgangsräume für die landwirtschaftliche Nutzung.
Die Villa besaß vier Außentreppen, die an die vier Seiten des Gebäudes angegliedert waren und das piano nobile erschloßen. Das piano nobile diente ausschließlich der gesellschaftlichen und privaten Bedürfnissen der Besitzer. Man gelangte dorthin über den linken oder den rechten Treppenlauf von jeder Seite des Gebäudes. Diese Inszenierung unterstrich die öffentlich repräsentative Funktion des piano nobile. Die sala centrale war Empfangshalle und Festsaal zugleich. Um sie herum gruppierten sich alle weiteren Fest- und Repräsentationsräume. Die Treppen sollten nicht von den Gästen betreten werden, und beschränkten sich auf ein Raumminimum.
Im Mezzanin befanden sich die Schlafräume und Kammern für persönliche Diener. Sie waren jeweils von einer Treppe erschlossen und hatten keine Verbindung untereinander.
Das piano attico hatte keine räumliche Unterteilung. Das piano attico wurde wie schon erwähnt als granaio, also Getreidespeicher, verwendet. Der Großraum diente der Lagerung.
Die 1608 fertiggestellte Villa stellte also eine Synthese der beiden unterschiedlichen Bauintensionen dar, nämlich landwirtschaftliche Nutzung und Repräsentation.
Wegeführung und Funktionen heute
In der Villa, die heute besteht, bilden die Öffnungen unter den Loggien den Zugang zu dem pianterreno. Dort befindet sich ein runder zentraler Raum, an den sich nach außen hin rechteckige untereinander verbundene Räume anschließen. Zwei Treppen unter den Loggien auf Süd - Ost und Süd - West Seite führen vom pianterreno ins Freie. Über eine der vier Innentreppen, die keine Verbindung mehr zum Mittelraum haben, gelangt man ins piano nobile. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist ein Paar der Innentreppen dreieckig und aus Holz, das andere oval und aus Stein . Ob man daraus die Benutzung des einen Paares durch die Bediensteten und des anderen durch die Herrschaft folgern kann, muß dahingestellt bleiben.
Von außen gelangt man ins piano nobile über die 1786 von Bertotti-Scamozzi wieder aufgefüllten Außentreppen. Das piano nobile wird von einem runden Kuppelsaal, der sala centrale bestimmt. Von hier führen vier Korridore zu den Außentreppen und zu den rechteckigen Räumen, die um die sala centrale angeordnet sind. Alle diese Räume sind Durchgangsräume.
Das Mezzanin wird von den Innentreppen erschlossen, wobei jede Treppe nur jeweils zu einem der vier kleinen Räume führt.
Die Räume im piano attico wurden zwischen 1725 und 1740 von Muttoni zu bewohnbaren Räumen umgebaut. In der Mitte der Außenwände liegen Zugänge zu den Giebelräumen der Portiken. Außerdem befindet sich im piano attico ein Umgang um den Kuppelraum.
Man sieht, daß über die Jahre hinweg die landwirtschaftlichen Funktionen der Villa wieder unbedeutender geworden sind, und die repräsentativen und wohnlichen zugenommen haben.
Auftraggeber
Paolo Almerico wird 1514 im oberitalienischen Vicenza als Sohn von Domenico und Elisabetta Almerico geboren. Im Alter von vierzehn Jahren erhält er unter Papst Clemens VIII. sein erstes Einkommen aus einer Tätigkeit am Dom zu Vicenza. Neun Jahre später beginnt er sein Studium der Rechtswissenschaften in Padua, das er aufgrund einer Anklage wegen Totschlags im Februar 1546 jedoch nicht beenden kann. Er wird zum Ableisten seiner Haftstrafe nach Venedig gebracht. Nach zweieinhalb Jahren Haft wird seine Strafe widerrufen und er wird freigelassen. Jedoch verweigern ihm die Kanoniker des Doms seine Pfründe für die Zeit der Inhaftierung, und die darauffolgenden Rechtsstreitigkeiten dauern bis 1553 an.
Um 1560 zieht Paolo Almerico nach Rom, um eine gutdotierte Anstellung als Referendar bei Papst Pius IV. anzutreten. Zudem betätigt er sich Rechtsgelehrter. Einige seiner Arbeiten sind in den Quattro libri di dubbi e con le soluzioni, Venedig 1552, zu finden. Auch als Dichter macht er auf sich aufmerksam und veröffentlich seine Madrigale unter anderem in den Codice Ambrosiano. Almerico kehrt sporadisch in seine Heimatstadt Vicenza zurück, so beispielsweise 1553, um ein Fest zu Ehren der der Marchesa Lucrezia Gonzaga-Manfrone abzuhalten. Um diese Zeit dürften die ersten Planungen zum Bau der Villa Rotonda entstehen. Einige Forscher glauben, daß auch bereits der Baubeginn auf diese Zeit zu datieren sein könnte.
Unter Papst Pius V., der sein Amt nicht vor 1566 antritt, setzt Paolo Almerico seine Referendarstätigkeit noch für kurze Zeit fort. Sein Vater starb bereits 1553, und aus dem Anlaß des Todes seiner Mutter 1565 läßt er im Dom zu Vicenza Grabmäler für seine Eltern in der auf seine Kosten ausgeführten Porta Della Canonica im nördlichen Seitenschiff errichten. 1566/67 zieht er sich nach Vicenza zurück und jetzt beginnt vermutlich auch erst der Bau der Villa Rotonda. Die Familie Almerico verfügte auf der Hügelkette am Bacchiglione über Grundbesitz, woraus sich die Standortwahl für die Villa erklärt.
In einem von Almerico aufgesetzen Testament aus dem Jahre 1569 ist die Villa Rotonda nicht aufgeführt, was die Vermutungen, die den Baubeginn auf die Jahre 1566/67 legen, bestätigt. Das bauliche Grundgerüst scheint sehr schnell entstanden zu sein, so daß die Villa bereits um 1570 als fertiggestellt, wenn auch nicht künstlerisch vollendet gelten darf. Paolo Almerico verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in der Villa und starb schließlich am 6. März 1589 im Alter von 75 Jahren.
Almerico war ein überzeugter Humanist. Dem geistesverwandte Palladio gelang es mit der Villa Rotonda, dieser Philosophie in seinem Bauwerk ein Denkmal zu setzen. Von Oberitalien ausgehend, erstrebete der Humanismus den Rückgriff auf antike römische und griechische Ideale, blieb aber in der Regel auch dem Christentum verhaftet. Die klassischen Kunstfelder Rhetorik, Dichtkunst und Architektur orientierten sich an antiken Vorbildern und schufen nicht nur die Grundlage der Renaissance, sondern bildeten auch den geistigen Nährboden der Reformation.
Die Villa Rotonda verkörpert das humanistische Ideal der Tempelvilla, einem Ort der Abgeschiedenheit und der Reflexion, aber auch der Feste und der Lebensfreude. Zwar sind keine Dokumente über Almericos ursprüngliche Nutzung des Anwesens erhalten, doch kann man davon ausgehen, daß sie der Verwirklichung seiner humanistischen Lebenshaltung dienen sollte. Ihre Lage abseits der Stadt ermöglicht den engen Kontakt zur Natur und dem Göttlichen, das die Humanisten in ihr suchten. Die Tempelvilla soll eine Heimstatt für Musen und Philosophie sein und dem menschlichen Geist freie Entfaltung ermöglichen.
Besitzer
Auftraggeber und Erstbesitzer der Villa ist der Kanoniker Paolo Almerico. Das Gebäude bleibt vom Baubeginn 1566 bis zu seinem Tod 1589 in seinem Besitz. Danach geht die Villa an seinen Sohn Virginio Bartolomeo. Die bis dato noch immer im Detail unvollendete Villa erfordert für die endgültige Fertigstellung größere Investitionen, die Virginio wohl nicht aufbringen kann oder will. Nur zwei Jahre später, am 10. Mai 1591, verkauft er die Villa Rotonda für 18.500 Gulden an den Grafen Odorico Capra. Somit verbleibt die Villa nur ein Vierteljahrhundert im Besitz der Familie Almerico.
Graf Odorico Capra, der neue Besitzer der Villa, entstammt aus einem Zweig der großen Familie der Capras, der "di Stragrande" - "von den Gewaltigen" - genannt wurde. Zu der Zeit des Erwerbs der Villa hat Odorico ein hohes Verwaltungsamt am Dom zu Vicenza inne und stiftet dort einen Altar. Zudem engagiert er sich bei der republikanisch-venezianischen Armee und gründet eine militärische Reitschule in Vicenza, die "Cavallerizza", die sich hohes Ansehen erwirbt.
Odorico beauftragt Vincenzo Scamozzi mit der Vollendung der Villa und überläßt sie schließlich seinem Bruder Maurizio. Dieser ließ bereits zwischen 1570 und 1573 die Gärten des Anwesens anlegen. Nach dessen Tod geht die Villa an Odoricos Sohn Marzio, der auch als Marco in der Literatur auftaucht, über, der nach seinem Rechtswissenschaftsstudium 1606 als Vikar in Padua tätig ist. Seine Frau Laura Niero bringt 1623 seinen Sohn Odorico, den nächsten Besitzer der Villa, zur Welt.
Odorico ist ein Abenteurer. Er haust in der Villa umgeben von einer Bande von Söldnern. Seine erste Frau kommt beim Einsturz der südwestlichen Gartenmauer ums Leben; Gerüchte machen Odorico für ihren Tod verantwortlich. Zu dieser Zeit entstehen die Legenden und Gespenstergeschichten, die um die Villa kreisen. 1648 erwirbt er sich die Ehre, vom Habsburgerkaiser Ferdinand III. den Titel eines Marchese, also Markgrafen, verliehen zu bekommen. Der Adel von Vicenza reagiert mit Neid und Feindseligkeit. 1650 wird Odorico für den Tod eines Gentilhomme verantwortlich gemacht und vom Gebiet der Republik Venedig verbannt.Er geht nach Österreich, wo er Kämmerer des Erzherzogs von Österreich und Oberst der Tiroler Truppen wird. Nur wenige Jahre später wird er jedoch verhaftet und am 10. November 1655 geköpft.
Nach Odoricos Tod verbleibt die Villa im Familienbesitz der Capras, die Familienverhältnisse und die Reihe der Eigentümer ist jedoch unklar. 1722 werden einem Marzio Capra, der sich zu der Zeit im Besitz der Villa Rotonda befindet, einige Steuerbefreiungen zuerkannt. Sein Erbe ist Mario Capra, wohl um 1700 geboren, der ein hohes Amt in der Academia Olimpica, einer Vereinigung von Altertumsfreunden in Vicenza, innehat. Mario vererbt die Villa seinerseits an seinen Sohn Marzio, geboren 1727. Der kinderlos verbleibende und finanziell angeschlagene Marzio hinterläßt sein Erbe 1808 seinem Bruder Gabriele. Mit diesem endete die männliche Erbfolge dieses Zweiges der Capras.
In Landkarten von 1813 wird die Villa Rotonda noch als Besitz der Capras angeführt, doch schon kurz darauf dürfte der Besitz aufgegeben worden sein. Karten von 1848 weisen sie ohne Eigentümer aus. Mit dem Ende der Familie Capra di Stragrande beginnt der Verfall der Villa Rotonda. Am 10. Juni 1848 ist sie Schauplatz von Kämpfen zwischen italienischen Freiwilligen und österreichischen Truppen. Die Italiener, flankiert von Schweizern, versuchen die Villa vor den Österreichern zu verteidigen, müssen aber vor feindlichem Beschuß fliehen. Die Österreicher besetzen schließlich die Villa, die dabei einigen Schaden an Statuen, Fresken und Stuck erleidet
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befindet sich die Villa Rotonda im Besitz der Familie Zannini, die das Anwesen aufteilt, um Spekulanten anzuziehen. Doch glücklicherweise sind die Grundstücke ohne die Villa unverkäuflich; diese ist jedoch so baufällig, daß Interessenten vor dem Erwerb zurückschrecken. Schließlich entscheidet sich Graf Andrea di Valmarana 1912 zum Kauf. Während des Ersten Weltkriegs, wird die Villa von englische, französischen und italienischen Truppen besetzt und erleidet weitere Zerstörungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt Graf Valmarana mit umsichtigen Restaurierungsarbeiten. Die Familie Valmarana ist bis heute im Besitz der Villa.
Zeitgeschehen
Paolo Almerico wird 1514 in eine Zeit der ständigen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in Oberitalien geboren. Zu den traditionellen Auseinandersetzungen der Klein- und Stadtstaaten kommen im 15. Jahrhundert mit Frankreich und dem Habsburgerreich neue Bedrohungen von Außen. Das italienische Staatensystem bricht um 1500 unter diesem Druck zusammen.
In dieser der Wirrungen und politischen Spannungen entfaltet sich vor allem in Italien das Zeitalter der Renaissance seit etwa Mitte des 15. Jahrhunderts zu höchster Blüte. Drei französische Könige träumen von der Wiederherstellung des byzantinischen Kaiserreichs und erobern Neapel und Mailand, verlieren weite Teile aber wieder an ihren Erzfeind, die Habsburger, deren Machtbereich unaufhaltsam wächst.
Währenddessen baut man in Rom unter Papst Leo X. die Peterskirche. Um ihre Finanzierung zu gewährleisten wird ein umstrittenes Ablaßsystem eingeführt, das schließlich zur Reformation führt. 1527 plündern deutsche und spanische Landsknechte unter dem Habsburger und Deutschen Kaiser Karl V. während des legendären "Sacco Di Roma" die Heilige Stadt.
Eingekeilt zwischen die drei Machtblöcke Spanien-Habsburg im Westen und Süden, Frankreich im Westen und Österreich-Habsburg im Osten hat die kleine Republik Venedig mit ihrem Provinzzentrum Vicenza keine Chance auf dauerhaftes Überleben. Venedig hat seine führende Position am Mittelmeer eingebüßt, und mit seinem Niedergang beginnt eine Zeit fremder Einflüsse auf die Republik.
Für Italien beginnt ein Jahrhundert der Stagnation, aber auch der Stabilisierung.
Die Zeit, in der Odorico Capra die Villa Rotonda kauft, ist für Italien eine ruhige Zeit. Ohne eigenen Einfliuß in die Waagschale europäischer Politik werfen zu können, bleiben die italienischen Kleinstaaten Zuschauer oder Komparsen im Spiel der Kräfte auf dem Kontinent.
Um so heftiger bricht das Zeitalter der Revolutionen am Ende des 18. Jahrhunderts auf das Land im Süden Europas herein.
Unter Napoleon erobert das revolutionäre Frankreich 1797 die Lombardei und Genua und installiert Satellitenstaaten. Bereits fünf Jahre vorher wurde Savoyen einverleibt. Österreich erhält Venedig für im Ausgleich für den Verlust von Belgien und Mailand. Damit endet Existenz der über tausendjährigen venetianischen Republik.Im Vierten Koalitionskrieg 1806/07 fällt Venedig mit Vicenza vorübergehend an Frankreich. Im Wiener Kongreß erhält Österreich Venedig und weitere Teile Oberitaliens zurück.
Ab 1820 bildet sich die italienische Nationalbewegung, die zunächst von Neapel, dann vom Piemont und Oberitalien aus das Land zu befreien und zu vereinigen sucht. Eine erste Welle von nationalen Erhebungen wird von Österreich 1838 niedergeschlagen. 1848/49 wird die Republik Venedig neu ausgerufen; erneut bleibt Österreich siegreich.Doch die Risorgimento-Bewegung der nationalen Befreiung hat den längeren Atem.Im März 1861 wird Victor Emanuel II. von Sardinien-Piemont zum italienischen König gewählt. 1866 wird schließlich auch Venetien mit Vicenza Teil des neuen italienischen Staates, zwei Jahre später wird Rom nach der Annexion des Kirchenstaates Hauptstadt.
Die Jahre von der Gründung des Staates Italien bis zum Ersten Weltkrieg sind geprägt von innenpolitischer Stagnation und außenpolitischer Expansion. Italien verfolgt imperialistische Interessen in Nordafrika und Abessinien. Darüber kommt es zum Krieg gegen das Osmanische Reich, den Italien siegreich gestalten kann. Als Resultat gewinnt es Libyen und die Dodekanes. Venetien erlebt wie ganz Norditalien einen industriellen Aufschwung. Der Beginn der Renovierungsarbeitenan der Villa Rotonda und die Wiederherstellung des alten Glanzes um die Jahrhundertwende versinnbildlicht die Entwicklung des Königreichs Italien, das wie Phönix aus der Asche zur europäischen Mittelmacht aufsteigt.
Trotz der Mitgliedschaft im Dreibund schlägt sich Italien bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf die Seite der Entente. Die Irredenta-Bewegung, die seit Staatsgründung vehement für den Anschluß Trients und Istriens eintrat, und die Interessenskonflikte mit Österreich in der Adria sind ausschlaggebend für die Parteinahme Italiens zuungunsten der Mittelmächte. Siegreich im Krieg, werden Italiens Forderungen nach Gebietserweiterungen auf Kosten Österreichs nur teilweise erfüllt. Dennoch verliert Venetien seinen Charakter als Grenzregion durch die Zugewinne im Norden und Osten.Die Nachkriegszeit bringt soziale Unruhen. Schließlich führt Mussolinis seine Faschisten 1922 an die Macht.
Das Gebiet von Venetien im Nordosten über die Romagna im Zentrum bis in die Toskana im Südwesten wird zum faschistischen Kernland. Hier entstehen zuerst die Agrarkonflikte, die den Faschismus hervorbringen. Mussolini kann seine Herrschaft bis in die 1930er Jahre festigen, gerät aber zunehmend in Abhängigkeit seines "Ziehsohnes" Hitler. Zunächst profitiert Italien von Hitlers Kriegserfolgen und gewinnt Albanien, Korsika, Teile Nordafrikas und der Türkei. Mit der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und der alliierten Invasion in Sizilien 1943 endet jedoch letztendlich die faschistische Diktatur in Italien. Im April 1945 wird Mussolini auf der Flucht in die Schweiz von Partisanen erschossen.
Mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg verliert Italien Istrien, die Dodekanes und seine Kolonien, behält aber Südtirol. Nach chaotischen Nachkriegsjahren stabilisieren Linksregierungen ab 1962 das Land. In Südtirol bekämpfen militante Teile der deutschsprachigen Mehrheit die Italienisierung mit Bombenanschlägen, während das zunehmende Wohlstandsgefälle zwischen dem prosperierenden Norden und dem rückständigen Süden das politische Klima radikalisiert. Nach einer Terrorwelle der roten Brigaden während der Siebziger Jahre erlebt das Land eine Ära wirtschaftlichen Aufschwungs und qualifiziert sich Ende der Jahrtausends überraschend klar für die Teilnahme an der Einführung des Euro.
Zeittafel
1566/67 Baubeginn der Villa Rotonda durch Paolo Almerico.
1569 Paolo Almerico zieht in die Villa ein.
1577 Paolo Almerico erwirbt den Marmor für die Kamine.
1589 Tod Paolo Almericos, Villa geht an seinen Sohn Virginio Bartolomeo.
1591 Der Graf Odorico Capra erwirbt die Villa von Virginio Almerico für 18500 Gulden. Der Stuck sowie die meisten Statuen und Gemälde sind fertiggestellt. Capra entscheidet sich, die Rotonda zu vollenden.
1593 Die Böden werden komplettiert.
1599-1600 Maganza malt den südlichen und westlichen Raum und Albanese vollendet seine Statuen. um 1600 Odorico Capra überläßt die Villa seinem Bruder Maurizio Capra.
1629 Albanese und Giambattista stellen die Brunnen im Garten fertig. um
1630 Marzio Capra, Odoricos Sohn, erbt die Villa Rotonda.
1652 Odorico Capra, Sohn von Marzio, wird 5. Besitzer des Anwesens.
1655-1722 Unklare Eigentumsverhältnisse, jedoch Verbleib im Familienbesitz der Capras.
1722 Marzio Capra erhält Steuerbefreiungen für die Villa.
1725-1740 Muttoni gestaltet die Villa um, baut die Dachkammern aus und arrangiert die westlichen Treppen neu.
um 1750 Mario, Marzios Sohn, wird Besitzer des Anwesens.
1761-1768 Scamozzis Durchgänge unter den Treppen werden geschlossen.
um 1780 Mario Capra übergibt die Villa an seinen Sohn Marzio.
1786 Das südliche Treppenhaus wird neu errichtet und ist nun gemauert.
1808 Tod Mazios. Gabriele, sein Bruder und letzter Erbe der Capras, wird neuer Besitzer.
um 1820 Ende des Capra'schen Familienbesitzes an der Villa Rotonda, Beginn des Verfalls.
1848 Villa ist Schauplatz von Kämpfen zwischen Italienern und Österreichern.
1912 Graf Andrea di Valmarana erwirbt das Anwesen.
ab 1960 Umfangreiche Restaurierungsarbeiten werden begonnen.
Quellen:
von mir und von "überall"
Quelle der Bilder: siehe TOP - Kunstlinks (über einen Zeitraum von vielen Jahre im Internet gefunden, und jetzt ins Netz gestellt).